{"id":20920,"date":"2025-04-09T15:01:18","date_gmt":"2025-04-09T13:01:18","guid":{"rendered":"https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/?p=20920"},"modified":"2025-05-06T14:44:39","modified_gmt":"2025-05-06T12:44:39","slug":"zero-trust-the-order-of-the-day-in-times-of-cybersecurity-and-ai","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/de\/zero-trust-the-order-of-the-day-in-times-of-cybersecurity-and-ai\/","title":{"rendered":"Zero Trust \u2013 das Gebot der Stunde in Zeiten von Cybersecurity und KI"},"content":{"rendered":"\n<p><em><em>In der heutigen digitalen und speziell durch auch Cybercrime, KI und Desinformation durchwachsenen Welt ist \u00abZero Trust, always verify\u00bb nicht mehr nur eine Option, sondern eine Notwendigkeit um als Gewinner und nicht als Verlierer aus der zunehmend hohen Dynamik der Cybersecurity Evolution und KI Revolution herauszugehen f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahren.<\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong>Zero Trust und Eliminierung des \u00abalten Zopfes\u00bb vom impliziten Vertrauen als essentieller Teil der Cybersecurity &amp; KI Readiness<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der heutigen digitalen Welt ist eine umfassende Cybersecurity nicht mehr nur eine Option, sondern eine betriebskritische Notwendigkeit. Ein zentrales Prinzip von Zero Trust ist die vollst\u00e4ndige Eliminierung von implizitem Vertrauen. Solche \u00abalten Z\u00f6pfe\u00bb und Paradigmen sind nebst technischen Massnahmen auch nur mittels einem umfassend trainierten und angepassten Mindset der betroffenen Benutzer eliminierbar. Die Zero Trust-Strategie stellt sicher, dass keinem Benutzer, Ger\u00e4t, Software, App, Zugriff, Berechtigung, System aber auch Information und Medieninhalten generell automatisch vertraut wird, unabh\u00e4ngig davon, ob sie sich innerhalb oder au\u00dferhalb des vertrauten technischen oder sozialen Netzwerks befinden \u2013 auch wenn das bisher der Fall war. Diese Strategie basiert auf dem Prinzip &#8222;niemals vertrauen, immer verifizieren&#8220; (Zero trust, always verify) und erfordert eine kontinuierliche \u00dcberpr\u00fcfung, Monitoring und Validierung aller entsprechende Zugriffe, Berechtigungen, Zust\u00e4nde und Aktivit\u00e4ten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong>Mehr Philosophie als Technologie<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zero Trust ist nicht nur eine technologische L\u00f6sung, sondern eine umfassende Sicherheitsphilosophie. Es erfordert eine Kombination aus Technologie, Prozessen und Menschen, um effektiv zu sein. Die Implementierung von Zero Trust bedeutet, dass Unternehmen nebst den vielen technischen Anpassungen vorallem auch ihre Sicherheitskultur fundamental \u00e4ndern und sicherstellen m\u00fcssen, dass alle Mitarbeiter die Bedeutung von Sicherheit verstehen und entsprechend handeln.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong>Technische und organisatorische Massnahmen (TOM), MFA, CA, PAM, PIM, XDR<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Technische und organisatorische Ma\u00dfnahmen (TOM) sind entscheidend f\u00fcr die Umsetzung von Zero Trust Architekturen (ZTA). Dazu geh\u00f6ren Ma\u00dfnahmen wie z.B. Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), bedingter Zugriff (\u00abconditional access\u00bb), Management aller Endpunkte \/ Ger\u00e4te mittels \u00abextended entpoint detection &amp; response\u00bb-L\u00f6sungen (XDR, EDR) , Privileged Access &amp; Identity Management (PAM, PIM), Verschl\u00fcsselung, spezielle erzwungene Sicherheitsrichtlinien (Policy Enforcement), Netzwerk-\/Ressourcen-Segmentierung, Secure Remote Access und kontinuierliches Monitoring. Diese Ma\u00dfnahmen helfen, die Angriffsfl\u00e4che zu minimieren und sicherzustellen, dass nur sicher autorisierte Benutzer und Ger\u00e4te einen auch nur zeitlich begrenzten Zugriff auf sensible Daten und Systeme haben. Mittels weiteren organisatorischen Massnahmen wie z.B. der Cybersecurity Sensibilisierung und spezieller Aufkl\u00e4rung der Arbeitsweise mittels \u00abZero Trust\u00bb-Prinzipien werden zudem interne, kritisch mitdenkende und entsprechend ad\u00e4quat handelnde \u00abMitstreiter gegen Cybercrime\u00bb herantrainiert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"605\" height=\"605\" src=\"https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/zerotrust_security.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-20933\" srcset=\"https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/zerotrust_security.png 605w, https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/zerotrust_security-300x300.png 300w, https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/zerotrust_security-80x80.png 80w\" sizes=\"(max-width: 605px) 100vw, 605px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><strong><strong>Kontinuierliche Verifizierung in der dynamischen Bedrohungslage<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zero Trust erfordert im weiteren eine kontinuierliche Verifizierung und Monitoring aller Zugriffe, Berechtigungen und Aktivit\u00e4ten. Dies bedeutet, dass Benutzer und Ger\u00e4te regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberpr\u00fcft und validiert werden m\u00fcssen, um sicherzustellen, dass sie weiterhin autorisiert sind. Diese kontinuierliche Verifizierung hilft, potenzielle Bedrohungen im Rahmen von erweitertem Monitoring fr\u00fchzeitig zu erkennen und zu verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong>4 Prinzipien &#8211; explizite Verifizierung, geringstm\u00f6gliche Berechtigung, Bewusstsein von Zero Trust und Annehmen eines aktiven Breaches<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die vier Prinzipien von Zero Trust sind explizite Verifizierung, geringstm\u00f6gliche Berechtigung (\u00abneed to know\u00bb-Prinzip), kritisches Bewusstsein von Zero Trust bzw. dessen organisatorischen \/ technischen Auswirkungen und das Annehmen eines aktiven Breaches. Explizite Verifizierung stellt sicher, dass jeder Zugriff \u00fcberpr\u00fcft und jedes mal und zeitlich \/ \u00f6rtlich eben nicht mehr unbeschr\u00e4nkt validiert wird. Geringstm\u00f6gliche Berechtigung stellt sicher, dass Benutzer nur die minimal notwendigen Zugriffsrechte haben. Das zu trainierende Bewusstsein von \u00abZero Trust\u00bb bedeutet, dass alle Mitarbeiter die Bedeutung von \u00abzero trust\u00bb-unterst\u00fctzter Sicherheit verstehen und entsprechend handeln in dieser angepassten Arbeitsweise.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Konzept des Annehmens eines aktiven Breaches (&#8222;Assume Breach&#8220;) bedeutet, dass Unternehmen bewusst szenarisch davon ausgehen, dass ihre Systeme bereits kompromittiert sind. Dies f\u00fchrt zu einer anders zu gestaltenden und proaktiveren Sicherheitsstrategie, angepasst an der dynamischen Bedrohungslage, bei der kontinuierlich nach bereits bestehenden oder potenziellen Bedrohungen gesucht und Ma\u00dfnahmen ergriffen werden, um diese besser zu erkennen und zu verhindern.<br><br><strong><strong>Laufendes Inventar, auch gegen \u00abShadow IT\u00bb<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group is-layout-constrained wp-block-group-is-layout-constrained\">\n<p>Ein laufendes Inventar von Hardware, Software, Cloudservices, Apps, Nutzern, Keyusern, personenbezogenen Daten, Auftragsdatenverarbeiter und Berechtigungen ist entscheidend f\u00fcr die Umsetzung von Zero Trust. Dieses Inventar mit vielen erhobenen, relevanten Details hilft, die Angriffsfl\u00e4che zu minimieren und sicherzustellen, dass nur autorisierte Benutzer und Ger\u00e4te Zugriff auf sensible Daten und Systeme haben \u2013 speziell auch bei System\u00e4nderungen oder Anpassungen. Ein solches Inventar kann kombiniert und optimiert werden mit einer Datenschuftzfolgenabsch\u00e4tzung, Auftragsdatenverarbeiterverzeichnis bis hin zu einem Business Continuity Management und Incident Response Management im Rahmen des ICT Risk \/ Compliance Management und dem kontinuierlichem Reporting speziell. Durch die umfassende Dokumentation \u00fcber mehrere relevante \u00abHausaufgaben in der IT\u00bb und deren Kontrolle entsteht auch ein Hilfsmittel zur laufenden Optimierung und hoffentlich Zur\u00fcckerlangen der Kontrolle (\u00abtake back control\u00bb) \u00fcber risikobehaftete Elemente und gar \u00abalte Relikte\u00bb, \u00abalte Z\u00f6pfe\u00bb der Schatten-Informatik (\u00abShadow IT\u00bb).<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong>Kombinierter Ansatz verschiedener Elemente \/ Kategorien im Sinne von &#8222;Best of Breed&#8220;<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zero Trust erfordert einen kombinierten Ansatz verschiedener Elemente und Kategorien im Sinne von &#8222;Best of Breed&#8220;. Dies bedeutet, dass Unternehmen die besten verf\u00fcgbaren Technologien und L\u00f6sungen kombinieren, um eine m\u00f6glichst umfassende und breit abgest\u00fctzte Sicherheitsstrategie zu entwickeln. Dieser kombinierte Ansatz hilft, die Angriffsfl\u00e4che gegen\u00fcber Cybercrime zu minimieren und sicherzustellen, dass wirklich nur autorisierte Benutzer und Ger\u00e4te Zugriff angeboten kriegen und auch nur effektiv dann auf sensible Daten und Systeme haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong>Zero Trust ist ein fortw\u00e4hrender Transformations-Prozess mit auch m\u00f6glichem kleinen Schritten zur Verbesserung<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zero Trust ist ein fortw\u00e4hrender Transformationsprozess, der kontinuierliche Verbesserungen erfordert. Unternehmen m\u00fcssen regelm\u00e4\u00dfig ihre Sicherheitsstrategien und -ma\u00dfnahmen \u00fcberpr\u00fcfen und anpassen, um sicherzustellen, dass sie den sich st\u00e4ndig \u00e4ndernden Bedrohungen und Herausforderungen gerecht werden. Kleine Schritte zur Verbesserung k\u00f6nnen einen gro\u00dfen Unterschied machen und helfen, die Sicherheitslage kontinuierlich zu verbessern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong>Cybersecurity und KI Sensibilisierung der Mitarbeiter<\/strong><br><br><\/strong>Ein wichtiger Bestandteil der Zero Trust-Strategie ist die Sensibilisierung der Mitarbeiter f\u00fcr Cybersecurity und auch KI. Dies umfasst Schulungen und Workshops, die das Bewusstsein (z.B. \u00abstart thinking, stop clicking!\u00bb f\u00fcr Sicherheitsrisiken sch\u00e4rfen und die Mitarbeiter dazu bef\u00e4higen, sicherheitsbewusst zu handeln. Die Mitarbeiter m\u00fcssen die Risiken und Anforderungen der ICT- und speziell von KI-L\u00f6sungen verstehen und die Wichtigkeit der Informations-Sicherheit \/ -Integrit\u00e4t erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong><strong>Kritisches Denken und kontextbasierte Fragen stellen<\/strong><\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u00abKritisches Denken\u00bb und das Stellen kontextbasierter Fragen sind essenziell, um die Sicherheit in einem Zero Trust- und auch KI Deepfake \/ KI Universum Umfeld zu gew\u00e4hrleisten. Mitarbeiter sollten ermutigt und bef\u00e4higt werden, kritisch zu denken und kontextbasierte Fragen zu stellen, um potenzielle Sicherheitsl\u00fccken und auch falsche Systemausgaben \/ Resultate \/ Inhalte \/ Informationen zu identifizieren und zu reduzieren. Dies hilft, die gef\u00e4hrliche Systemgl\u00e4ubigkeit \u2013 auch speziell bei der kontextbasierten Anwendung von Prompting mit KI Tools (\u00abcontext-based KI prompting\u00bb) und deren Resultate \/ Aktionen &#8211; zu reduzieren und die Gesamt-Sicherheit im \u00abKI durchwachsenden\u00bb Informationsuniversum zu erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine transparente Informationspolitik und neue Lernkultur ist wichtig, um die Mitarbeiter zu sensibilisieren, zu bef\u00e4higen und auf ein h\u00f6heres Niveau im Bereich deren auch pers\u00f6nlichen \u00abdigitalen Souver\u00e4nit\u00e4t und Reifegrad\u00bb zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong>KI Readiness auch zugunsten von Sicherheitsmassnahmen<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Integration von K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) \/ KI Readiness in die ICT Gesamtstrategie ist ein weiterer wichtiger Aspekt auch mitunter f\u00fcr \u00abZero Trust\u00bb. Unternehmen sollten sicherstellen, dass sie bereit sind, KI-Technologien zu nutzen, um ihre Effizienz, Automatisierung und auch deren Sicherheitsma\u00dfnahmen zu verbessern. Dies umfasst die Schulung der Mitarbeiter im kritischen und kontextkorrekten Umgang mit KI (\u00abcontext-based AI prompting\u00bb) und die Implementierung von KI-basierten Sicherheitsl\u00f6sungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><strong>KI Deepfake und Desinformation<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>KI Deepfake-Technologien und Desinformation generell stellen eine zunehmende Bedrohung f\u00fcr die Sicherheit von Organisationen und Menschen dar. Unternehmen m\u00fcssen sich dieser Bedrohung (z.B. speziell auch KI-unterst\u00fctzte Social Engineering- und Phishing-Kampagnen) bewusst sein und Ma\u00dfnahmen ergreifen, um sich davor zu sch\u00fctzen. Dies umfasst die Implementierung von Technologien und Prozessen zur Erkennung und Verhinderung von Deepfakes \/ Desinformation \/ Social Engineering \/ Phishing Angriffen sowie die Sensibilisierung der Mitarbeiter f\u00fcr diese Bedrohung, inkl. auch gegen\u00fcber der gef\u00e4hrlichen Systemgl\u00e4ubigkeit speziell.<\/p>\n\n\n\n<p><em><em>Fridel Rickenbacher ist ehemaliger Mitgr\u00fcnder, Co-CEO, Partner, Verwaltungsrat und nun beteiligter \u00abUnternehmer im \u00adUnternehmen\u00bb \/ \u00abSenior Consultant\u00bb bei der Swiss IT Security AG \/ Swiss IT Security Group. Auf Bundesebene ist er als Experte und Akteur vertreten bei \u00abDigital Dialog Schweiz\u00bb + \u00abNationale Strategie zum Schutz der Schweiz vor Cyber-Risiken NCS\u00bb. Er ist in seiner Mission \u00absh@re to evolve\u00bb seit Jahren als Redaktionsmitglied, Experten-Gruppen-und Verbands-Aktivist t\u00e4tig bei z.\u2009B. SwissICT, swissinformatics.org, isss.ch, isaca.ch, bauen-digital.ch rund um Digitalisierung, Engineering, Clouds, ICT-Architektur, Security, Privacy, Datenschutz, Audit, Compliance, Controlling, Information Ethics, in entsprechenden Gesetzes-Vernehmlassungen und auch in Aus- und Weiterbildung (CAS, eidg. dipl.).<\/em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong><em><strong>Dieser Artikel wurde erstmals im Dezember 2024 in der Zeitschrift Schwyzer Gewerbe ver\u00f6ffentlicht und wird hier mit Genehmigung des Autors wiedergegeben.<\/strong><\/em><\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><small><em>Photo: AI generated.<\/em><\/small><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der heutigen digitalen und speziell durch auch Cybercrime, KI und Desinformation durchwachsenen Welt ist \u00abZero Trust, always verify\u00bb nicht mehr nur eine Option, sondern eine Notwendigkeit um als Gewinner und nicht als Verlierer aus der zunehmend hohen Dynamik der Cybersecurity Evolution und KI Revolution herauszugehen f\u00fcr die n\u00e4chsten Jahren. 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