{"id":15349,"date":"2021-06-08T23:05:00","date_gmt":"2021-06-08T21:05:00","guid":{"rendered":"https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/?p=15349"},"modified":"2022-11-23T14:35:26","modified_gmt":"2022-11-23T13:35:26","slug":"it-feuer-ulrike-glavitsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/en\/it-feuer-ulrike-glavitsch\/","title":{"rendered":"IT Feuer \u2013 Ulrike Glavitsch"},"content":{"rendered":"<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"250\"><span style=\"color: #e3e3e3\">.<\/span><br \/>\n<img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-15224\" src=\"https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/UlrikeGlavitsch-300x300.png\" alt=\"Ulrike Glavitsch\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/UlrikeGlavitsch-300x300.png 300w, https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/UlrikeGlavitsch-150x150.png 150w, https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/wp-content\/uploads\/2021\/06\/UlrikeGlavitsch.png 432w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/td>\n<td valign=\"top\">&nbsp;<\/p>\n<h3>Ulrike Glavitsch<\/h3>\n<h4>CTO in eigener Startup-Firma<\/h4>\n<p>Alter: 58<br \/>\nKeine Kinder<\/p>\n<p><em>\u201eDie IT ist vielf\u00e4ltig, interdisziplin\u00e4r und bietet viele Berufsm\u00f6glichkeiten.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Werdegang: Dipl. Inf.-Ing. ETH \u00b7 Master of Science, Stanford Unversity, USA \u00b7 Seit mehr als 30 Jahren in der Software-Entwicklung und der angewandten Forschung t\u00e4tig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Wie sind Sie in die IT-Branche gekommen?<\/h3>\n<p><em>Welches war Ihre erste Begegnung mit IT? &nbsp; Wann, wie und warum haben Sie dann Feuer gefangen?<\/em><br \/>\nIch habe erst im ersten Studiensemester zum ersten Mal mit einem Computer gearbeitet, in meiner Kantonsschule mit Typus B wurden keine Kurse mit programmierbaren Taschenrechnern angeboten. Das IT-Feuer hat sich erst nach einigen Semestern eingestellt. Es war Liebe auf den zweiten Blick, sie ist aber geblieben bis heute.<\/p>\n<p><em>Wie alt waren Sie da?<\/em><br \/>\n20 Jahre.<\/p>\n<p><em>Wie alt waren Sie, als es ernst wurde und Sie sich f\u00fcr eine Berufslehre bzw. f\u00fcr eine Studienrichtung entscheiden mussten?<\/em><br \/>\n20 Jahre.<\/p>\n<p><em>Was f\u00fcr alternative Berufe oder Studienrichtungen haben Sie damals ebenfalls interessiert?<\/em><br \/>\nMathematik und Elektrotechnik. Vom Studium der Mathematik hat mir mein Mathematik- und Klassenlehrer abgeraten. Er meinte, mit einem Mathematikstudium wird man entweder Lehrer oder Lehrerin oder muss so gut in der Forschung sein, dass es f\u00fcr eine akademische Karriere reicht. Im Lehrberuf habe ich mich nicht gesehen und die akademische Karriere ist im Alter von 20 Jahren noch sehr weit weg. Elektrotechnik war mir zu technisch, hatte zu viel mit Strom und Schaltungen zu tun, deshalb habe ich diese Richtung auch nicht gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p><em>Welche Infos hatten Sie damals \u00fcber die Ausbildung und die M\u00f6glichkeiten danach?<\/em><br \/>\nEs gab sehr wenig Information. Ich kann mich nicht erinnern, dass es Informationstage zum Informatik-Studium bereits gab, denn die Studienrichtung wurde erst 1981 gegr\u00fcndet und ich begann 1983.<\/p>\n<p><em>Was sprach dagegen aus Ihrer damaligen Sicht?<\/em><br \/>\nIch wusste sehr wenig \u00fcber das Informatikstudium und \u00fcber die Berufsaussichten.<\/p>\n<p><em>Wer, welche Personen, welche Umst\u00e4nde haben f\u00fcr Sie damals gegen eine Laufbahn, in der IT zu gesprochen?<\/em><br \/>\nEs war zu neuartig. Es gab ja keine Leute, die dieses Studium bereits absolviert hatten. Auch das Berufsbild war nicht konkret. Man hat keine Computer im Alltag gesehen und somit auch keine Software. So wusste ich nicht, was Programmieren eigentlich war.<\/p>\n<p><em>Was war letztendlich doch ausschlaggebend f\u00fcr Ihren Entscheid, in die IT zu gehen?<\/em><br \/>\nMein Mathematiklehrer hat mich mit seinen Argumenten am meisten \u00fcberzeugt, auch mein Vater, selber Elektroingenieur meinte, dass ich mit diesem Studium viele M\u00f6glichkeiten habe.<\/p>\n<p><em>Wer, welche Personen, haben Sie damals unterst\u00fctzt?<\/em><br \/>\nMeine Eltern, mein Mathematiklehrer und ein sehr guter Freund haben mich immer unterst\u00fctzt, das Studium zu w\u00e4hlen und dabei zu bleiben.<\/p>\n<h3>Wie verlief Ihr Weg nach der Ausbildung bzw. nach dem Studium?<\/h3>\n<p><em>Welches waren Ihre ersten Schritte nach dem Studium?<\/em><br \/>\nIch wollte nach dem Studium unbedingt f\u00fcr Graduate Studies an eine Hochschule in den USA und bin an der Stanford University in Kalifornien f\u00fcr ein Masterstudium aufgenommen worden. Deshalb habe ich direkt nach dem Studium 2 Monate bei einer Firma Software entwickelt, um Geld zu verdienen, und bin dann in die USA gereist.<\/p>\n<p><em>Wo standen Sie in Ihrer Karriere f\u00fcnf Jahre nach Ende der Ausbildung\/Studium?<\/em><br \/>\nBeruflich: Ich war Software-Entwicklerin bei Schmid Telecom AG in Z\u00fcrich im Bereich Luftverkehrssteuerung.<br \/>\nPrivat: Ich hatte einen Freund, der seit 25 Jahren mein Ehemann ist.<\/p>\n<p><em>Hatten Sie<\/em><br \/>\n<em>a) Denselben Lohn wie Ihre m\u00e4nnlichen Kollegen?<\/em><br \/>\nJa.<\/p>\n<p><em>b) Dieselben Karrierechancen?<\/em><br \/>\nJa, Schmid Telecom AG hat mich nach zwei Jahren zur Gruppenleiterin bef\u00f6rdert.<\/p>\n<h3>Wie sch\u00e4tzen Sie die Entscheidung f\u00fcr die IT r\u00fcckblickend ein?<\/h3>\n<p><em>Welche Ihrer Erwartungen wurden erf\u00fcllt?<\/em><br \/>\nInformatik ist ein Studium mit unz\u00e4hligen M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p><em>Was freut Sie am meisten an ihrer aktuellen beruflichen Situation?<\/em><br \/>\nIch bin weiterhin als Software-Entwicklerin unterwegs, kann Neues lernen und ein kleines Unternehmen f\u00fchren.<\/p>\n<p><em>Welche Ihrer Erwartungen wurden nicht erf\u00fcllt?<\/em><br \/>\nMit 20 habe ich mir alles einfacher vorgestellt. Software-Entwicklung und angewandte Forschung sind Herausforderungen, wo man R\u00fcckschl\u00e4ge in Kauf nehmen muss. Projekte k\u00f6nnen scheitern oder nach einer gewissen Zeit beerdigt werden.<\/p>\n<p><em>W\u00fcrden Sie denselben Entscheid nochmals treffen?<\/em><br \/>\nJa.<\/p>\n<p><em>Was bereuen oder kritisieren Sie?<\/em><br \/>\nDer Einstieg in die Informatik Im Jahr 1983, als die Abteilung Informatik an der ETH erst zwei Jahre bestand, war schwierig. Der Studienplan war noch recht unausgereift. Auf der anderen Seite war es spannend, in ein so neues Gebiet einzusteigen und es wachsen zu sehen.<\/p>\n<p><em>Wie w\u00e4re\/w\u00fcrde Ihre Laufbahn anders verlaufen, wenn Sie ein Mann w\u00e4ren?<\/em><br \/>\nIch habe keine Nachteile als Frau in der IT erfahren, deshalb w\u00fcrde ich meinen, dass meine Laufbahn gleich verlaufen w\u00e4re. Es war meine bewusste Entscheidung, zur\u00fcck in an die Hochschule zu gehen und nicht in der Industrie weiter Karriere zu machen.<\/p>\n<p><em>Was w\u00fcrden Sie anders machen, und wie genau, wenn Sie k\u00f6nnten?<\/em><br \/>\nEin zweites Mal h\u00e4tte ich mehr Mut und Vertrauen, dass alles schon richtig herauskommen wird. Oft kann man Dinge nicht konkret beeinflussen.<\/p>\n<p><em>H\u00e4tten Sie einen Zauberstab, was w\u00fcrden Sie sich w\u00fcnschen?<\/em><br \/>\nIch w\u00fcnsche mir, dass viel mehr junge Frauen einen Beruf in der IT w\u00e4hlen und sich davon begeistern lassen.<\/p>\n<h3>Was raten Sie Ihrer Tochter?<\/h3>\n<p><em>Welche Ratschl\u00e4ge w\u00fcrden Sie ihrer 15-j\u00e4hrigen Tochter mit auf den Weg geben, wenn sie gern in die IT gehen m\u00f6chte?<\/em><br \/>\nSie soll ihren Weg in der IT mit Mut und Vertrauen gehen. Die IT ist vielf\u00e4ltig, sie findet sicher ein Gebiet, das ihr gefallen wird.<\/p>\n<p><em>Was ist f\u00fcr Sie in beruflicher Hinsicht wichtig im Leben?<\/em><br \/>\nEs ist wichtig, dass man das Engagement f\u00fcr den Beruf nicht verliert. Das IT-Feuer soll m\u00f6glichst nicht erl\u00f6schen.<\/p>\n<p><em>Worauf m\u00fcsste eine junge Frau, die im Jahr 2061 pensioniert wird, bei der Gestaltung ihre Laufbahn achten?<\/em><br \/>\nDie junge Frau soll eine Studienrichtung w\u00e4hlen, bei der sie sich und m\u00f6glicherweise auch eine Familie ern\u00e4hren kann. Man weiss nie, was im Leben alles passiert. Junge Frauen sollen auch bei der Stellenwahl nicht zu klein denken und Aufstiegschancen wahrnehmen. Auch Beharrlichkeit geh\u00f6rt dazu.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/a-stage-for-women-in-it\/\">Back to overview page<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>. &nbsp; Ulrike Glavitsch CTO in eigener Startup-Firma Alter: 58 Keine Kinder \u201eDie IT ist vielf\u00e4ltig, interdisziplin\u00e4r und bietet viele Berufsm\u00f6glichkeiten.\u201c Werdegang: Dipl. Inf.-Ing. ETH \u00b7 Master of Science, Stanford Unversity, USA \u00b7 Seit mehr als 30 Jahren in der Software-Entwicklung und der angewandten Forschung t\u00e4tig. &nbsp; Wie sind Sie in die IT-Branche gekommen? 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