{"id":12744,"date":"2020-05-07T08:00:38","date_gmt":"2020-05-07T06:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/?p=12744"},"modified":"2022-07-11T11:08:58","modified_gmt":"2022-07-11T09:08:58","slug":"webconferencing-systemisch-angehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/fr\/webconferencing-systemisch-angehen\/","title":{"rendered":"WebConferencing: Einfach loslegen bis systemisch angehen"},"content":{"rendered":"<p><strong>1 Einleitung<\/strong><\/p>\n<p>\u00abEinen Artikel \u00fcber WebConferencing? Braucht es das? Einloggen, Mikrofon und Kamera freischalten und loslegen! V\u00f6llig einfach. Da braucht es doch keine Anleitung und schon gar keinen eigenen Artikel in einem Fachmagazin.\u00bb Stimmt, wenn man einfach mal loslegen will, dann reichen die drei Schritte. Wenn man eine neue Lern- und Arbeitskultur darauf aufbauen will und die Sache systemisch angehen m\u00f6chte, dann braucht es etwas mehr.<\/p>\n<p>WebConferencing kann ein Kernst\u00fcck einer kollaborativen Lern- und Arbeitskultur sein. Es k\u00f6nnen sowohl t\u00e4gliche Meetings und Workshops als auch BrownBag-Sessions, BarCamps, Konferenzen und Pressetermine durchgef\u00fchrt werden. Die Technologie dazu ist unterdessen massiv einfacher und performanter geworden. Alle WebConferencing-Tools bieten zahlreiche Funktionen f\u00fcr die Feinjustierung der Grundeinstellungen (Login, Sicherheit, Recording, Promotion) als auch f\u00fcr die eigentliche Durchf\u00fchrung von interaktiven Meetings oder Workshops an.<\/p>\n<p>WebConferencing in einen breiteren Kontext gestellt umfasst Fragen nach<\/p>\n<ul>\n<li>Strategie und Kultur: Welche Kollaborationsstrategie verfolgen wir; welche Kollaborationskultur brauchen wir daf\u00fcr?<\/li>\n<li>Formen und Formate: Welche Kollaborationsformen wollen wir in unserem Unternehmen praktizieren und welche technischen und methodischen Formate sind daf\u00fcr sinnvoll?<\/li>\n<li>Kompetenzen und Ausbildung: Welche Kompetenzen sind vorhanden und welche m\u00fcssen wir ausbilden?<\/li>\n<li>Technologien und Systeme: Welche kollaborativen Technologien k\u00f6nnen wir in unserem Umfeld einsetzen und welche Systeme gibt es daf\u00fcr auf dem Markt?<\/li>\n<\/ul>\n<p>In Abbildung 1 sind diese Zusammenh\u00e4nge schematisch dargestellt; sie dienen auch der Strukturierung des folgenden Artikels.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/webconferencing-von-einfach-loslegen-bis-systemisch-angehen\/abbildung-1-stoller-schai\/\" rel=\"attachment wp-att-12721\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-12721\" src=\"https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Abbildung-1-Stoller-Schai-1024x462.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"462\" srcset=\"https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Abbildung-1-Stoller-Schai-1024x462.png 1024w, https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Abbildung-1-Stoller-Schai-300x135.png 300w, https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Abbildung-1-Stoller-Schai-768x347.png 768w, https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Abbildung-1-Stoller-Schai-1536x694.png 1536w, https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Abbildung-1-Stoller-Schai-2048x925.png 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><br \/>\n<strong><span style=\"color: #000000\"><em>Abbildung 1: WebConferencing und sein systemisches Umfeld (Stoller-Schai 2020).<\/em><\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2\u00a0 Strategie | Kultur<\/strong><\/p>\n<p>WebConferencing ist Teil der Kollaborationsstrategie und -kultur eines Unternehmens. Die Kollaborationsstrategie legt fest, warum man mit verschiedenen Anspruchsgruppen kollaborieren will und welche Ziele man dabei erreichen m\u00f6chte (vgl. [Stoller-Schai 2003]). Gr\u00fcnde (resp. Use Cases) f\u00fcr mehr Kollaboration k\u00f6nnen sein:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Kontakt mit Anspruchsgruppen soll \u00fcber die face-to-face Kontakte hinaus intensiviert werden. Es soll ein kontinuierlicher Kollaborations- und Kommunikations-Kanal zu Kunden, Partnern, Lieferanten, Inverstoren aufgebaut werden.<\/li>\n<li>Die digitale Versiertheit im Unternehmen soll praktisch einge\u00fcbt werden. Know-How-Sharing, Co-Creation, Networking und Projektmanagement soll \u00fcber digital Kan\u00e4le stattfinden.<\/li>\n<li>Es soll schneller auf Bed\u00fcrfnisse reagiert werden k\u00f6nnen. Dies umfasst das L\u00f6sen von Supportproblemen, das F\u00e4llen von Entscheidungen, das Anbieten von ad hoc Trainings oder das unternehmensweite Durchf\u00fchren von Umfragen.<\/li>\n<li>Die Vernetzung, der Kontakt und die Verbundenheit in einer tendenziell isolierten virtuellen Welt soll verbessert werden. Mitarbeitende im Homeoffice, in Remote Projects oder an verschiedenen Standorten sollen synchron zusammen arbeiten k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Es sollen neue Formen der Zusammenarbeit ausprobiert werden: Zum Beispiel die Durchf\u00fchrung von virtuellen Hackathons, BarCamps, Online-Konferenzen und 3D-Messen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>All dies bedingt eine Kollaborationskultur, die ausgehandelt und ausformuliert werden muss. Die Einf\u00fchrung und die Umsetzung soll laufend kommuniziert und geteilt werden: mit praktischen Beispielen, \u00abGeschichten des Gelingens<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>\u00bb sowie Zahlen und Fakten (Collaboration Cockpit, Collaboration Graphs, vgl. [Gasparyan 2020]).<\/p>\n<p>WebConferencing kann Teil einer solchen Kollaborationskultur sein und das richtige Medium, um einige der oben aufgef\u00fchrten Use Cases umzusetzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3 Formen | Formate<\/strong><\/p>\n<p>WebConferencing kann weiter f\u00fcr viel verschiedenen kollaborative Formen eingesetzt werden und verbindet Arbeits- und Lernsituationen (vgl. [Bersin 2018], [Dehnbostel 2007]):<\/p>\n<ul>\n<li>Lernen: WebConferencing eignet sich hervorragend, um in Gruppen von zwei bis fast beliebig vielen Personen Trainingsinhalte zu vermitteln, zu bearbeiten, zu diskutieren und zu vertiefen. Je kleiner die Gruppe ist, desto h\u00f6her die Interaktivit\u00e4t. In grossen Gruppen kann weniger direkt miteinander kommuniziert werden, daf\u00fcr k\u00f6nnen Umfragetools, Chat und Brainstorming-Tools eingesetzt werden.<\/li>\n<li>Arbeiten: WebConferencing wird zum Standard-Tool in der t\u00e4glichen Arbeit, wenn es darum geht, zu zweit oder im Team an einer konkreten Aufgabe zu arbeiten. Dabei kann WebConferencing auch nur als audio-visueller Kanal genutzt werden, w\u00e4hrend man gemeinsam in einer anderen Applikation arbeitet, z.B. mit Google Docs oder OneNote ein Dokument gleichzeitig bearbeitet, in Padlet, Miro oder Mural eine virtuelle Pinnwand mit Ideen f\u00fcllt oder einfach ein Status Update Meeting in Trello durchf\u00fchrt.<\/li>\n<li>Beratung: WebConferencing kann auch f\u00fcr Beratungsaufgaben eingesetzt werden, sowohl f\u00fcr interne (z.B. HR Service f\u00fcr Mitarbeitende) wie auch externe Beratung (z.B. Live-Beratung f\u00fcr Kunden). Dabei k\u00f6nnen via Kamera und Audio auch sensitive Themen, die Empathie und Anteilnahme erfordern, angesprochen werden.<\/li>\n<li>Support: WebConferencing eignet sich auch f\u00fcr klassische Supportthemen. Via Screensharing k\u00f6nnen Probleme gegenseitig gezeigt und besprochen werden. Mit \u00dcbergabe der Applikationssteuerung kann bei entsprechender Berechtigung auch direkt in der Anwendung des Gegen\u00fcbers gearbeitet werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>4 Kompetenzen | Ausbildung<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben einige tausend Jahre Erfahrung mit Kollaboration in einem Face-to-face-Umfeld. Mit Computer haben wir rund 50 Jahre Erfahrung und mit echten synchronen, kollaborativen Technologien rund 20 Jahre. Wir stehen immer noch in den Anf\u00e4ngen und \u00fcbertragen das, was sich Face-to-face bew\u00e4hrt hat, in den virtuellen Kontext. Erst mit praktischer Erfahrung und Reflexion k\u00f6nnen wir uns vom physischen Ausgangskontext l\u00f6sen und Kollaborationsformen finden, die nur in einem virtuellen Umfeld m\u00f6glich sind. Dies erfordert erstens didaktische Weiterbildung, zweitens ganz praktische und umfassende Toolkenntnisse und drittens den Aufbau von neuen Moderationskompetenzen. Es m\u00fcssen neue Rolle mit entsprechenden Kompetenzprofilen festgelegt werden. Wir brauchen mindestens drei Rollen:<\/p>\n<ul>\n<li>\u00abHosts\u00bb oder \u00abModeratoren\u00bb: Sie leiten und moderieren das WebConferencing-Meeting und sind f\u00fcr die didaktisch-methodischen wie auch die technologischen Abl\u00e4ufe zust\u00e4ndig.<\/li>\n<li>\u00abPresenter\u00bb: Sie sind f\u00fcr die Vermittlung von Inhalten verantwortlich und sind oft Fachexpert*innen, die f\u00fcr die inhaltlichen Aspekte verantwortlich sind.<\/li>\n<li>\u00abParticipants\u00bb: Sie nehmen am WebConferencing-Meeting teil und bringen sich ein.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eine Person kann in oder w\u00e4hrend einem WebConferencing-Meeting einnehmen. Hosts oder Moderatoren sind oft auf Presenter und Participants \u00fcbernehmen oft tempor\u00e4r ebenfalls die Rolle von Presentern.<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich Kompetenzen und Ausbildung werden an Hosts oder Moderatoren die gr\u00f6ssten Anforderungen gestellt. Es gibt zahlreiche gute Ressourcen, was ein Host oder Moderator ist und was sie oder er k\u00f6nnen muss (vgl. z.B. [Busch | Mayer 2002], [R\u00f6ck 2019], [Sammet | Wolf 2019], [Wilhelm 2019]). Aus meiner Sicht muss ein Host oder Moderator in der Lage sein, folgende Aufgaben zu bew\u00e4ltigen:<\/p>\n<ul>\n<li>Schaffen von sozialer N\u00e4he: [Peshkam | Petriglieri 2020 ] schreiben dazu: \u00ab\u2026 learning is seldom just a transaction between an expert and a novice. It is a relationship that frees up thinking and fosters growth. (\u2026) Putting socio-emotional learning before the cognitive work helped them acknowledge reality and set the frame for learning. \u00bb Es ist nicht einfach zu beschreiben, was damit gemeint ist. Es geht darum, eine positive Atmosph\u00e4re zu schaffen, den Teilnehmenden ein Gef\u00fchl der Sicherheit zu vermitteln, sie wertzusch\u00e4tzen und auf ihre Bed\u00fcrfnisse einzugehen, so dass das WebConferencing-Meeting zu einem pers\u00f6nlichen Erfolg wird.<\/li>\n<li>Die \u00abStillen\u00bb und die \u00abWegdriftenden\u00bb einbinden. Es gibt immer wieder Teilnehmende, die sich nicht zu Wort melden oder sich mit anderen Dingen besch\u00e4ftigen. Auch da brauchen Hosts oder Moderatoren das richtige \u00abBauchgef\u00fchl\u00bb, solche Teilnehmende immer wieder anzusprechen und einzubinden.<\/li>\n<li>Diskussionen anstossen, anregen und leiten. Dies ist eine zentrale Aufgabe. Teilnehmende sollten sich regelm\u00e4ssig per Audio melden. Das tut nicht nur dem Host oder Moderator gut, da das direkte Gespr\u00e4ch sofort eine Verbindung schafft, sondern ist auch wichtig f\u00fcr die anderen Teilnehmenden: Wenn ich regelm\u00e4ssig die Stimmen meiner Peers h\u00f6re, bin ich ganz anders beteiligt und Teil eines sozialen Prozesses.<\/li>\n<li>\u00dcberkommunizieren und sicher stellen, dass es keine Kommunikationskonfusionen gibt. Hosts oder Moderatoren m\u00fcssen in einem virtuellen Umfeld viel klarere Anweisungen geben und die Kommunikation steuern, da Mimik und Gestik weitgehend wegfallen.<\/li>\n<li>Die Energielevel steuern. Hosts oder Moderatoren m\u00fcssen den eigenen Energielevel sowie denjenigen der Presenter und der Participants steuern. Es braucht h\u00e4ufiger Pausen und ein Ausbalancieren der Aktivit\u00e4ten. Als Host oder Moderator darf man auf keinen Fall das ganze WebConferencing-Meeting selber bestreiten. Regelm\u00e4ssige kurze inhaltliche Referate von Presentern oder das Einplanen von Breakout-Sessions helfen, dass auch Hosts oder Moderatoren entlastet werden.<\/li>\n<li>Die Teamarbeit in Breakout Rooms anleiten. Hosts oder Moderatoren sollen regelm\u00e4ssig Gruppenarbeiten einplanen. Dies aktiviert die Partcipants und entlastet die Hosts oder Moderatoren.<\/li>\n<li>Chatbeitr\u00e4ge wertsch\u00e4tzen. Es gilt die gute Balance zwischen zu wenig und zu vielen Chatbeitr\u00e4gen zu finden. Wird der Chat zu wenig genutzt, kann mit einer kurzen Anweisung oder Frage eine Chat-Aktivit\u00e4t angestossen wenden. Gibt es zu viele Beitr\u00e4ge m\u00fcssen Host oder Moderatoren sofort darauf hinweisen, welche Chatbeitr\u00e4ge ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nnen und was mit den anderen geschehen wird.<\/li>\n<li>Zeitmanagement im Griff haben. Presenter, die in einen zu langen Monolog verfallen oder ihre Zeitgef\u00e4sse \u00fcberschreiten, sollen freundlich unterbrochen werden.<\/li>\n<li>Unauff\u00e4llig Support leisten oder Supportanfragen durch einen Supporter bearbeiten lassen. Es kommt immer wieder vor, dass Presenter oder Participants Hilfe ben\u00f6tigen. Ein einzelner Host oder Moderator kann dies nicht leisten, da sonst der Rest der Gruppe warten muss. Aus diesem Grund ist es immer hilfreich, einen Co-Host oder Co-Moderator an der Seite zu haben.<\/li>\n<li>St\u00f6rungen l\u00f6sen: Teilnehmende, die in einem WebConferencing-Meeting massiv st\u00f6ren und sich nicht an die vereinbarten Regeln halten, sind aus dem WebConferencing-Meeting zu entfernen.<\/li>\n<li>Vom geplanten Ablauf abweichen, wenn es Sinn macht. Es braucht ein Storyboard, an das man sich halten sollte. Es gibt aber immer wieder Gr\u00fcnde, vom Storyboard abzuweichen und spontan auf ein neues Bed\u00fcrfnis einzugehen oder eine Programm\u00e4nderung vorzunehmen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ein WebConferencing-Meeting braucht nicht weniger Vorbereitung als ein Pr\u00e4senz-Meeting, sondern tendenziell mehr \u2013 zumindest zu Beginn. F\u00fcr den Ablauf und den Wechsel von Host oder Moderator zu Presentern und zu Participants muss sorgf\u00e4ltig geplant werden. Es muss ein detailliertes Storyboard erstellt werden und dieses muss in einem oder mehreren Testl\u00e4ufen (<em>Dry runs<\/em>) \u00fcberpr\u00fcft, getestet und bei Bedarf ge\u00e4ndert werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>5 Technologien | Systeme<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr WebConferencing-Meetings stehen eine Vielzahl von Technologien und Systemen zur Verf\u00fcgung. Die wichtigen Player sind aktuell: Zoom, Teams (mit einer Vielzahl von App und der Integration in Office365, vgl. [Enders 2019] ), Cisco Webex, Citirx Online (GoToMeeting) und Adobe Connect.<\/p>\n<p>Da es sehr viele Anbieter gibt, ist es nicht einfach, den \u00dcberblick zu behalten. Viele Anbieter sind zum Teil auch nur regional bekannt. F\u00fcr ein vertieftes \u00abTechnologie-Scouting\u00bb haben sich Webseiten wie <a href=\"http:\/\/www.capterra.com.de\">www.capterra.com.de<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.webconferencing-test.com\">www.webconferencing-test.com<\/a> oder <a href=\"http:\/\/www.webconferencing.org\">www.webconferencing.org<\/a> bew\u00e4hrt. Es gibt zudem laufend Tests in verschiedenen Magazinen, wie z.B. <a href=\"https:\/\/www.computerworld.ch\/tests\/collaboration\/covid-19-besten-web-konferenzloesungen-im-test-1578446.html\">https:\/\/www.computerworld.ch\/tests\/collaboration\/covid-19-besten-web-konferenzloesungen-im-test-1578446.html<\/a> (23.04.2020) oder <a href=\"https:\/\/www.techradar.com\/best\/best-video-conferencing-software\">https:\/\/www.techradar.com\/best\/best-video-conferencing-software<\/a> (23.04.2020).<\/p>\n<p>Kleinere Anbieter oder Startups werden in solchen Reviews aber oft nicht erw\u00e4hnt, bieten aber dennoch interessante Alternativen wie z.B. Veertley (<a href=\"http:\/\/www.veertly.com\">www.veertly.com<\/a>), Whereby (<a href=\"http:\/\/www.whereby.com\">www.whereby.com<\/a>) oder Jitsi (<a href=\"http:\/\/www.jitsi.org\">www.jitsi.org<\/a>).<\/p>\n<p>Nebst den klassischen 2D-WebConferencing-Systemen sind auch 3D-WebConferencing-Systeme interessant. Mit einem Avatar bewege ich mich in virtuellen R\u00e4umen, nutze Tools, die ich aus der realen Welt kenne wie Pinnw\u00e4nde und Flipcharts, kommuniziere per Audio, kann mit Gesten Feedback geben und mich mit anderen in Teamr\u00e4umen treffen (vgl. [Herkersdorf 2018]). Als Anbieter zu nennen sind hier unter anderen TriCAT (<a href=\"http:\/\/www.tricat-spaces.net\">www.tricat-spaces.net<\/a>), VComm Solutions (<a href=\"http:\/\/www.vcommsolutions.com\">www.vcommsolutions.com<\/a>), ON24 (<a href=\"http:\/\/www.vimeo.com\/94567982\">www.vimeo.com\/94567982<\/a>), und CueConcept (<a href=\"http:\/\/www.cueconcept.de\">www.cueconcept.de<\/a>, spezialisiert auf den Bau von virtuellen Messen).<\/p>\n<p>WebConferencing-Systeme k\u00f6nnen immer auch in Verbindung mit andere kollaborativen Tools verwendet werden und so ihren Funktionsumfang erweitern. Man startet im WebConferencing-Meeting und springt dann tempor\u00e4r auf ein anderes kollaboratives Tool, um dort eine Aufgabe alleine, zu zweit oder mit der ganzen Gruppe zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Eine kleine Auswahl solcher kollaborativer Tools ist nachfolgend aufgelistet:<\/p>\n<p><strong>Virtuelle Kollaborations-Boards<\/strong><\/p>\n<p>Padlet (<a href=\"http:\/\/www.padlet.com\">www.padlet.com<\/a>), Miro (<a href=\"http:\/\/www.miro.com\">www.miro.com<\/a>), Mural (<a href=\"http:\/\/www.mural.co\">www.mural.co<\/a>), Oncoo (<a href=\"http:\/\/www.oncoo.de\">www.oncoo.de<\/a>), Klaxoon (<a href=\"http:\/\/www.klaxoon.com\">www.klaxoon.com<\/a>), Webjets (<a href=\"http:\/\/www.webjets.io\">www.webjets.io<\/a>), Ideaflip (<a href=\"http:\/\/www.ideaflip.com\">www.ideaflip.com<\/a>), Stormboard (<a href=\"http:\/\/www.stormboard.com\">www.stormboard.com<\/a>) und Milanote (<a href=\"http:\/\/www.milanote.com\">www.milanote.com<\/a>).<\/p>\n<p><strong>Umfragetools<\/strong><\/p>\n<p>Mentimeter (<a href=\"http:\/\/www.mentimeter.com\">www.mentimeter.com<\/a>), Slido (<a href=\"http:\/\/www.sli.do\">www.sli.do<\/a>), Kahoot (<a href=\"http:\/\/www.kahoot.com\">www.kahoot.com<\/a>), Surveymonkey (<a href=\"http:\/\/www.surveymonkey.com\">www.surveymonkey.com<\/a>).<\/p>\n<p><strong>Kollaborative Schreibumgebungen<\/strong><\/p>\n<p>Google Docs (<a href=\"http:\/\/www.docs.google.com\">www.docs.google.com<\/a>), Etherpad (<a href=\"http:\/\/www.etherpad.org\">www.etherpad.org<\/a>), OneNote (<a href=\"http:\/\/www.onenote.com\">www.onenote.com<\/a>).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>6 Use Cases<\/strong><\/p>\n<p>Wenn Strategie | Kultur, Formen | Formate, Kompetenzen | Ausbildung sowie Technologien | Systeme thematisiert und umgesetzt sind,\u00a0 lassen sich dann\u00a0 zahlreiche, nicht abschliessende Use Cases umsetzen. In der folgenden Abbildung 2 ist dies schematisch dargestellt:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/webconferencing-von-einfach-loslegen-bis-systemisch-angehen\/abbildung-2-stoller-schai\/\" rel=\"attachment wp-att-12725\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-12725\" src=\"https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Abbildung-2-Stoller-Schai-1024x470.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"470\" srcset=\"https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Abbildung-2-Stoller-Schai-1024x470.png 1024w, https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Abbildung-2-Stoller-Schai-300x138.png 300w, https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Abbildung-2-Stoller-Schai-768x353.png 768w, https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Abbildung-2-Stoller-Schai-1536x705.png 1536w, https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/wp-content\/uploads\/2020\/05\/Abbildung-2-Stoller-Schai-2048x941.png 2048w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><br \/>\n<strong><span style=\"color: #000000\"><em>Abbildung 2: WebConferencing Use Cases (Stoller-Schai 2020)<\/em><\/span><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die vier Quadranten werden durch zwei Achsen unterteilt. Auf der einen Achse wird die Gruppengr\u00f6sse variiert, auf der andere wird die Spanne zwischen internen und externen Zielgruppen festgelegt. Je gr\u00f6sser die Gruppe ist, desto mehr wird der Grad an direkter Interaktion sein (z.B. weniger Austausch mit allen per Audio und Kamera). Je mehr eine Zielgruppe aus unternehmens-externen Personen besteht, desto formeller sollte das WebConferencing-Meeting gestaltet werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>7 Praktische Tipps<\/strong><\/p>\n<p>Nebst der ganzen Theorie sollen am Schluss auch noch ein paar ganz konkrete Tipps vorgestellt werden (einige davon sind banal und dennoch wichtig J), die sich in vielen WebConferencing Meetings bew\u00e4hrt haben:<\/p>\n<p>Vorbereitung f\u00fcr ein WebConferencing-Meeting<\/p>\n<ul>\n<li>Erstellen Sie Ihr Meeting in Ihrem WebConferencing-Tool, idealerweise auf der Basis von Vorlagen und Templates, um sich die Arbeit zu vereinfachen und standardisierte Meetings anbieten zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Senden Sie den Teilnehmenden die Einladung mit s\u00e4mtlichen technischen und inhaltlichen Details und mit einem Kalenderanhang zu, damit die Teilnehmenden den Termin gleich in ihr Kalendersystem eintragen k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Erstellen Sie ein detailliertes Drehbuch \u2013 mit Inhalt, Interaktionen, Zeiten und Pausen.<\/li>\n<li>Bereiten Sie Ihre Pr\u00e4sentationen vor und die Verwendung weiterer Kollaborationstools.<\/li>\n<li>Machen Sie einen Testlauf (<em>Dry run<\/em>) mit allen Beteiligten, die eine Rolle oder Aufgabe \u00fcbernehmen werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Vor einem Meeting<\/p>\n<ul>\n<li>Starten Sie den Computer neu \u2013 vor allem dann, wenn er schon einige Zeit in Betrieb war.<\/li>\n<li>Stellen Sie die Stromversorgung sicher.<\/li>\n<li>Schliessen Sie ALLE Anwendungen, die Sie nicht ben\u00f6tigen. Gem\u00e4ss \u00abMurphys\u2019 Law\u00bb wird bei einem Screensharing immer zuerst ihre Mailanwendung gezeigt und diese ist dann auch Teil des Recordings.<\/li>\n<li>Loggen Sie sich rechtzeitig ein und nutzen Sie einen \u201eDummy User\u201c-Account auf einem zweiten Computer. So sehen Sie als Host oder Moderator immer, wie der Bildschirm eines Participants aussieht.<\/li>\n<li>Testen Sie Kamera, Mikrofon, Lautsprecher.<\/li>\n<li>Pr\u00fcfen Sie, was hinter Ihnen zu sehen ist. Oft ist es f\u00fcr Teilnehmende interessanter zu sehen, was hinter Ihnen ist, als das, was Sie inhaltlich erz\u00e4hlen.<\/li>\n<li>Bieten Sie f\u00fcr die Participants eine Vorbereitungssession oder ein Supportfenster an.<\/li>\n<li>Weisen Sie darauf hin, dass Sie w\u00e4hrend dem WebConferencing-Meeting keinen Support geben k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Stellen Sie auf Ihrem Computer die \u201eNicht st\u00f6ren \u2013 Funktion\u201c ein.<\/li>\n<\/ul>\n<p>In einem Meeting<\/p>\n<ul>\n<li>Rufen Sie Participants regelm\u00e4ssig auf, damit diese zum Sprechen kommen und das WebConferencing-Meeting mit \u201eStimmen\u201c gef\u00fcllt ist.<\/li>\n<li>Nutzen Sie die verschiedenen Handzeichen und Icons f\u00fcr kurze R\u00fcckbest\u00e4tigungen seitens der Participants.<\/li>\n<li>Laden Sie die Participants immer wieder ein, sich auch per Chat zu melden.<\/li>\n<li>Weisen Sie darauf hin, das Mikrofon auszuschalten, wenn nicht gesprochen wird.<\/li>\n<li>Falls jemand das Mikrofon nicht ausschaltet, k\u00f6nnen Sie als Host oder Moderator alle Mikrofone auf einmal abstellen.<\/li>\n<li>Beim Pr\u00e4sentieren: Verwenden Sie einen virtuellen \u00ab\u00a0Laserpointer\u00a0\u00bb.<\/li>\n<li>Verfolgen Sie den Chat auf dem \u00abDummy-User Account\u00bb (Zweitcomputer).<\/li>\n<li>Vergessen Sie nicht, das Recording einzuschalten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nach einem Meeting<\/p>\n<ul>\n<li>Versenden Sie den Link auf das Recording.<\/li>\n<li>Nehmen Sie Stellung zu offenen Fragen aus dem Chat.<\/li>\n<li>Liefern Sie Ressourcen nach \u2013 wenn m\u00f6glich \u00fcber eine Lernplattform.<\/li>\n<li>Informieren Sie \u00fcber die n\u00e4chsten Schritte.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>8 Ausblick<\/strong><\/p>\n<p>\u00abEinfach mal loslegen\u00bb oder doch \u00absystemisch angehen\u00bb? Das Thema WebConferencing startet mit einer flachen Lernkurve, die es erlaubt, einfach und schnell zu starten. F\u00fcr alle, die mehr wollen, wird die Lernkurve rasch steiler und es gilt, viele Aspekte zu ber\u00fccksichtigen und didaktische Ideen mit den M\u00f6glichkeiten der zur Verf\u00fcgung stehenden Tools abzugleichen. Wenn WebConferencing nicht nur einfach als Tool gesehen wird, sondern systemisch angegangen wird, kann WebConferencing Teil einer umfassenden Kollaborations-Strategie werden und die Kollaboration-Kultur eins Unternehmens massgeblich mitpr\u00e4gen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><a name=\"_Toc38876915\"><\/a>9 Literatur<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>[Bersin 2018] Bersin, Josh: A New Paradigm For Corporate Training: Learning In The Flow of Work. <a href=\"https:\/\/joshbersin.com\/2018\/06\/a-new-paradigm-for-corporate-training-learning-in-the-flow-of-work\/\">https:\/\/joshbersin.com\/2018\/06\/a-new-paradigm-for-corporate-training-learning-in-the-flow-of-work\/<\/a><\/li>\n<li>[Busch | Mayer 2002] Busch, Frank; Mayer, Thomas B.: Der Online-Coach. Wie Trainer virtuelles Lernen optimal f\u00f6rdern k\u00f6nnen. Beltz 2002.<\/li>\n<li>[Dehnbostel 2007] Dehnbostel, Peter: Lernen im Prozess der Arbeit. Waxmann Verlag 2007.<\/li>\n<li>[Enders 2019] Enders, Nicole: Collaboration mit Office 365. Modern Workplace. Konzepte, Werkzeuge und L\u00f6sungen., Rheinwerk 2019.<\/li>\n<li>[Gasparyan 2020] Gasparyan, Andrey: How graph visualization helps us understand collaboration. Blogbeitrag Miro 2020, https:\/\/miro.com\/blog\/features\/graph-visualization-understanding-collaboration\/.<\/li>\n<li>[Herkersdorf 2018] Herkersdorf, Markus: Kollaborative virtuelle 3D-Welten. (Whitepaper). TriCAT GmbH 2018.<\/li>\n<li>[Peshkam | Petriglieri 2020 ] Peshkam, Annie; Petriglieri, Gianpiero: Keep Your People Learning When You Go Virtual. In Harvard Business Review. Online Education. 10. April 2020. <a href=\"https:\/\/hbr.org\/2020\/04\/keep-your-people-learning-when-you-go-virtual\">https:\/\/hbr.org\/2020\/04\/keep-your-people-learning-when-you-go-virtual<\/a><\/li>\n<li>[R\u00f6ck 2019] R\u00f6ck, Anja: Webinar-Methoden-Koffer. 50 interaktive Methoden f\u00fcr virtuelle 2D &amp; 3D R\u00e4ume. BoD Books on Demand Norderstedt 2019.<\/li>\n<li>[Sammet | Wolf 2019] Sammet, J\u00fcrgen; Wolf, Jacqueline: Vom Trainer zum agilen Lernbegleiter: So funktioniert Lehren und Lernen in digitalen Zeiten. Springer 2019.<\/li>\n<li>[Stoller-Schai 2003] Stoller-Schai, Daniel: E-Collaboration. Die Gestaltung internetgest\u00fctzter kollaborativer Handlungsfelder. Universit\u00e4t St. Gallen 2003.<\/li>\n<li>[Wilhelm 2019] Wilhelm, Jens: Wirksame Webinare und Online-Seminare: Handbuch f\u00fcr Online-Trainer, Redner und Dozenten. neokom.tv Akademie, EPubli 2019.<\/li>\n<\/ul>\n<p>_____<\/p>\n<p><strong>Autor<\/strong><\/p>\n<p>Daniel Stoller-Schai (Dr. oec. HSG)<br \/>\nist ein versierter Digital Collaboration &amp; Learning Experte und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Firma Collaboration Design GmbH (<a href=\"http:\/\/www.collaboration-desgin.ch\/\">www.collaboration-desgin.ch<\/a>). An der Universit\u00e4t St. Gallen war er am Aufbau des Learning Centers beteiligt und promovierte zum Thema \u201eE-Collaboration\u201c. Als Manager f\u00fcr digitale Lern- und Arbeitstechnologien hat er bei Phonak, UBS, CREALOGIX sowie in zahlreichen weiteren Firmen und Startups Kundenprojekte umgesetzt und Erfahrungen mit dem globalen Einsatz internetgest\u00fctzter Lern- und Arbeitsprojekten gesammelt. Daniel Stoller-Schai ist zudem Dozent am Institut f\u00fcr Kommunikation &amp; F\u00fchrung (IKF) Luzern und Programmleiter der LEARNING INNOVATION Conference.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kontakt<\/strong><\/p>\n<p>Mail: <a href=\"mailto:daniel.stoller-schai@collaboration-design.ch\">daniel.stoller-schai@collaboration-design.ch<\/a><\/p>\n<p>Web: <a href=\"http:\/\/www.collaboration-design.ch\/\">www.collaboration-design.ch<\/a><\/p>\n<p>LinkedIn: <a href=\"http:\/\/www.linkedin.com\/in\/stollerschai\">www.linkedin.com\/in\/stollerschai<\/a><\/p>\n<p>Twitter: @CollabDesignCH | @stollerschai<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.slideshare.net\/WinfriedEbner1\/googelt-werkstolz-die-telekom-botschafter-initiative\">https:\/\/www.slideshare.net\/WinfriedEbner1\/googelt-werkstolz-die-telekom-botschafter-initiative<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1 Einleitung \u00abEinen Artikel \u00fcber WebConferencing? 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