{"id":6301,"date":"2016-12-13T19:28:26","date_gmt":"2016-12-13T18:28:26","guid":{"rendered":"https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/article-from-fridel-rickenbacher\/"},"modified":"2022-07-02T14:51:46","modified_gmt":"2022-07-02T12:51:46","slug":"article-from-fridel-rickenbacher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/magazine.swissinformatics.org\/fr\/article-from-fridel-rickenbacher\/","title":{"rendered":"Aufkl\u00e4rung 4.0"},"content":{"rendered":"<h4><strong>WARNHINWEIS: Lesen Sie diesen provokativen Artikel NICHT vor dem 31.12. Erst im neuen Jahr. Er hilft GUTE VORS\u00c4TZE zu entwickeln \u2013 VERDIRBT aber jede Weihnachtsstimmung!<\/strong><\/h4>\n<p>Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Digitalisierungs-Wahn und der digitalen Gesellschaft in Zukunft im mehrfach international\u00a0ausgezeichneten (zuletzt zum besten Unternehmensmagazin in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz) Y-Magazin f\u00fcr Standort- und Kultur-F\u00f6rderung.<\/p>\n<p><strong>Herr Rickenbacher, alle Welt redet von \u201eIndustrie 4.0\u201c. Was ist das?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><em>Es geht dabei um die Digitalisierung von Strategien, Prozessen, Organisationen und von nahezu jedem Gebrauchsgegenstand unseres Alltagslebens. Jedes Teil (und Prozess) wird weitgehend so ausger\u00fcstet und total vernetzt, dass es per Internet erreichbar und digitalisiert ist, Statusmeldungen senden oder abgefragt \/ ausgewertet werden kann. Es ist der n\u00e4chste (R)Evolutionsschritt in der globalisierten General-Optimierung.<\/em><\/p>\n<p><em>Als Beispiel in der Bauindustrie (eine der gr\u00f6ssten Anteile des Bruttoinlandsprodukt in der CH) heisst das neue Paradigma BIM \u2013 Building Information Modeling. Das ist ein multi-dimensionales Modell (keine Software!) und Prozess-Methode, zu dem alle Beteiligten via vernetzten Systemen per Internet Zugang haben und pr\u00e4zise Produktions- und singul\u00e4re Planungsdaten aber auch interdisziplin\u00e4ren Abh\u00e4ngigkeiten auswerten k\u00f6nnen, damit alles m\u00f6glichst kosten- und prozessoptimiert Hand in Hand und in einem integrierten Prozess\/Produktion entstehen kann.<\/em><\/p>\n<p><em>Hierbei gibt es eine Schwelle, die zu \u00fcberschreiten leicht f\u00e4llt, die jedoch weitreichende Folgen hat. Um diese Prozessoptimierung zu gew\u00e4hrleisten baut in absehbaren n\u00e4chsten Schritten jeder Bauteilelieferant n\u00e4mlich in die von ihm gelieferten Bauelemente Chips \/ Sensoren ein, welche wiederum via Internet kommunizieren (IoT). Einerseits damit jeweils das richtige Teil zum richtigen Zeitpunkt zur richtigen Baustelle angeliefert und am richtigen Ort eingebaut wird. Und andererseits damit in der Zeit danach kontrolliert werden kann, ob es Materialerm\u00fcdungen gibt, wann die n\u00e4chste Wartung f\u00e4llig wird &#8211; \u201epredictive maintenance\u201c -, wann das Teil notfalls komplett ausgetauscht werden muss und wie R\u00fcckbau, Umnutzung oder Recycling &#8211; \u201etotal life cycle management\u201c &#8211; gem\u00e4ss den Datenanalysen am besten zu erfolgen hat.<\/em><\/p>\n<p><em>Diese durchaus einleuchtende Fertigungsoptimierung hat zur Folge, dass in jedem Bauteil und damit in jedem Wohnraum eine Vielzahl von Chips \/ Sensoren eingebaut sind, die alle mit dem Internet kommunizieren k\u00f6nnen (Internet of things, IoT). Ein so gebautes \u201esmart connect home\u201c kann also vielerlei Daten liefern und verwandelt jeden Raum in einen \u201eanalysierten Raum\u201c. Das kann theoretisch \u201eeher negativ\u201c f\u00fcr eine l\u00fcckenlose \u00dcberwachung (oder aber auch f\u00fcr immer ausgefeiltere, multi-channel DDoS-Attacken) aber auch \u201eeher positiv\u201c f\u00fcr eine analysierte Optimierung genutzt werden. Wir m\u00fcssen akzeptieren, dass z.B. IoT und generell die durchdringende 4. Industrielle Revolution 4.0 ein (angreifbarer) Teil von uns ALLEN wird.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir haben in den 70er und 80er Jahren ja schon Science Fiction Filme zur totalen \u00dcberwachung gesehen. Und haben damals dar\u00fcber gelacht. Heute lachen wir nicht mehr. Heute ist es Realit\u00e4t! zudem tragen wir alle freiwillig unsere \u201epers\u00f6nlichen Abh\u00f6r-Wanzen\u201c mit uns &#8211; in Form von Smartphones, Fitness Trackern, Wearables, smart watches und letztlich auch Apps. Alle diese exponentiell wachsenden Anzahl von \u201econnected things\u201c sind letztlich aber z.b. manipulierbar und angreifbar von Staaten, Geheimdiensten, Unternehmen, Hackern und vorallem durch auch Botnetze, DDoS-Attacken und irgendwann durch die n\u00e4chsten Generationen von \u201eArtificial Intelligence\u201c mit allenfalls sogar nicht mehr 100% kontrollierbaren und einsch\u00e4tzbaren Super-Algorithmen und schwerst trennbaren, nicht mehr vollst\u00e4ndig isolierbaren Multi-Channel-Vernetzungen?<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Chancen einer Innovation \u2013 hier die Zusammenarbeit zu optimieren und die Kosten zu senken \u2013 k\u00f6nnen sich also auch zum Nachteil derer entwickeln, die sie bestellen? Glauben Sie, dass sich die B\u00fcrger das gefallen lassen werden?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><em>Weil wir alle mitmachen und es bequem und hype modern ist, alles mit dem Smartphones organisieren und optimieren zu k\u00f6nnen \u2013 vom Ticketkauf zum Erinnern an Termine und Aufgaben bis zur integrierten Assistenzfunktion (z.B. \u201eBots\u201c bis hin zu \u201eArtificial Intelligence \/ KI\u201c). Doch ist abzusehen, dass der Bequemlichkeitsvorteil eines Tages dem \u201edigitalisierten\u201c Zwang weichen wird, alle (!) seine Daten abliefern zu m\u00fcssen: \u201eDigitalization is eating the world\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das wird immer wieder behauptet. Aber ist diese Entwicklung schon absehbar?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Wie bei der Digitalisierung unserer Welt \u00fcblich, wird auch dieser \u00dcbergang fliessend und schleichend sein \u2013 zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft, so meine Vision. Die eine Klasse \u2013 nennen wir sie A \u2013 sind pure Fans oder Fanatiker der Digitalisierung, eventuell gar eine \u201etechnokratische Elite\u201c. Die andere Klasse \u2013 nennen wir sie B \u2013 sind die \u201edigitalen Verweigerer\u201c, eventuell gar eine Art \u201emilitante Online-Abstinenzler\u201c.<\/p>\n<p>A zahlt jeden Tag direkt oder indirekt f\u00fcr exzellent aufbereitete und sofort verf\u00fcgbare Informationen aus dem Netz, nutzt die schnellsten Infrastrukturen weltweit, ist rundum digitalisiert und bei Innovationen an der Spitze.<\/p>\n<p>B hingegen lehnt all das ab. Doch kommt eines Tages z.B. die Krankenversicherung und sagt: `Wir k\u00f6nnen Sie nicht mehr versichern, weil Sie keinen Fitness-Tracker tragen und wir so Ihr Bewegungsverhalten nicht einsch\u00e4tzen und unser Risiko nicht bewerten k\u00f6nnen. Und auch Ihr K\u00fchlschrank gibt keine Informationen preis, ob Sie gesunde oder ungesunde Lebensmittel konsumieren. Kurzum: auch die Klasse B bewegt sich im sogenannten \u201e(teil)analysierten Raum\u201c und wird l\u00e4ngst mitanalysiert \u2026<\/p>\n<p>In jedem Fall stellt sich in diesem nicht anzustrebendem Setting die Frage nach Themen wie z.B. der Solidarit\u00e4tsgrenze! Inwieweit tr\u00e4gt A die \u201evorgeblichen\u201c Risiken von B mit, was sich ja auch f\u00fcr A in einem h\u00f6heren Beitrag und Mitverantwortung ausdr\u00fccken kann.<\/p>\n<p>Aber vermutlich werden sich beide Klassen noch in vielen weiteren Punkten unterscheiden: A wird in sogenannten Smart-Cities leben, die chic, teuer und modernst ausgestattet sind. Aufgrund der besseren Ausstattungen kann A sogar auch h\u00f6her bezahlte Berufe z.B. als \u201eInformations- oder Wissensarbeiter\u201c aus\u00fcben und so den \u201eh\u00f6heren\u201c Lebensstandard finanzieren.<\/p>\n<p>In vielen Gross-St\u00e4dten gibt es bereits solche Bereiche von \u201eSmart Cities\u201c, in denen die Sensorendichte in Privat- und Gesch\u00e4ftsr\u00e4umen einzelne Quadratmeter betr\u00e4gt. Jeder Quadratmeter liefert also neue Informationen \u00fcber das Verhalten der Nutzer im analysierten Raum. Das wird bereits jetzt gnadenlos f\u00fcr Analysen, Werbung und andere \u201ebequemlichkeits-unterst\u00fctzende\u201c Zwecke genutzt &#8230; Informationen als nie versiegende \u00d6lquelle und Kontrolle!<\/p>\n<p>Aber zur\u00fcck zur Vision: B wird hingegen in St\u00e4dten leben, die ein langsames Netz und \u201eschlechter aufbereitete\u201c Informationen haben, wo vieles zu Fuss und manuell gemacht werden muss, wo mehr Menschen leben werden, die weniger verdienen k\u00f6nnen und weniger Chancen und schlechtere weil nur teil-digitalisierte Voraussetzungen f\u00fcr ihre Berufe haben.<\/p>\n<p>Und sehr viele Berufe der Zukunft, werden mit der digitalen Welt zu tun haben! Fr\u00fcher war ein Traumberuf Astronaut oder Feuerwehrmann. Heute h\u00f6rt oder liest man vielfach schon \u201eirgendwas mit Daten \u2026\u201c als Data Scientist, Big Data Analytics, Robotik, AI-Technologien oder App Entwickler etwa.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das h\u00f6rt sich nach den Horrorvisionen von Aldous Huxley\u00b4s \u201eSch\u00f6ne neue Welt\u201c an. !<\/strong><\/p>\n<p><em>Man muss die F\u00e4den, die unser jetziges Leben bereits durchwirken, weiterspinnen und Aufkl\u00e4rung sowie aktive Begleitung betreiben gegen \u00c4ngste und Widerst\u00e4nde. Dann sieht man mehr. N\u00e4mlich das total vernetzte Netz des \u201eInformations-Universum\u201c, das sich daraus spinnt in einer Perfektion wie eine Spinne. Bislang war das Netz ja immer etwas, das alle verbindet. Es kann aber auch zu einem Netz werden, das uns alle umgarnt \u2013 und fesselt.<\/em><\/p>\n<p><em>Hinter all dem steht nicht nur ein n\u00e4chster Schritt unserer Evolution sondern auch der Plattform-Kapitalismus, der mit seinen Netzwerken, Plattformen, Clouds und Apps zum Teil eine Form der modernsten Bauernf\u00e4ngerei betreibt, um auf spielerische oder vordergr\u00fcndig praktische und innovative Weise an unsere Daten und damit an unser \u201edigitales\u201c Leben zu kommen versucht. Mittlerweile sind viele von uns in eine gef\u00e4hrliche \u201eSystem-Gl\u00e4ubigkeit\u201c verfallen und lassen sich alles gefallen auf Basis einer \u201eBit- und Pixel-Ansammlung\u201c.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ich erinnere mich an das Jahr 2000, wo mir f\u00fchrende Vertreter der deutschen Wirtschaft gesagt hatten: `Vergessen Sie das Internet. Nach der Dotcom-Blase ist das eine Totgeburt.\u00b4 Und jetzt \u2013 16, 17 Jahre danach \u2013 funktioniert nichts mehr ohne genau dieses Netz.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><em>An vielen Beispielen kann man sehen, wieviel Fehleinsch\u00e4tzung im Spiel ist. Das total vernetzende Internet als Basis an sich ist ja nichts Negatives. Denn es war bisher etwas grunds\u00e4tzlich Neutrales. Wie ein Hammer, dem man auch keinen Vorwurf machen kann, wenn damit jemand erschlagen wird.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Daten und Informationen, die sich in diesem virtuellen Raum befinden, werden jedoch zunehmend komplexer analysiert. Aber von wem? Zur Zeit sind das noch Menschen, die sich durch das Kleingedruckte die Einwilligung zur umfassenden Analyse und Nutzung der Daten geben lassen. Oftmals ohne dass der Einwilligende die Bedingungen \u00fcberhaupt liest.<\/em><\/p>\n<p><em>Allein das ist schon fragw\u00fcrdig genug. Aber die Entwicklung von k\u00fcnstlicher Intelligenz schreitet voran. Und da kann durchaus ein weiterer Qualit\u00e4ts- und Innovationsprung eintreten: Was ist wenn ein Algorithmus in die Verarbeitung der Daten eingesetzt wird, der aufgrund der hohen Datenkomplexiti\u00e4t in einer ungewollten oder gef\u00e4hrlichen Eigendynamik selbst\u00e4ndig Entscheidungen f\u00e4llt?<\/em><\/p>\n<p><em>Das ist technologisch theoretisch denkbar. Die gesellschaftlichen und juristischen Implikationen sind jedoch alles andere als gekl\u00e4rt.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie meinen Sie das?<\/strong><\/p>\n<p><em>Ein konkretes und immer wieder genanntes Beispiel: Ein autonom fahrendes Fahrzeug sieht sich mit einer Situation konfrontiert, in der sich ihm eine Herde von 5 K\u00fchen in den Weg stellt. Das Fahrzeug weicht ihnen aus und muss w\u00e4hlen zwischen zwei M\u00f6glichkeiten \u2013 n\u00e4mlich ein Ehepaar zu \u00fcberfahren, das am Strassenrand steht, oder in eine Gruppe Schulkinder zu fahren. Oder das Fahrzeug beh\u00e4lt den Kurs bei, f\u00e4hrt in die Kuhherde und zerst\u00f6rt sich selbst. Wie entscheidet das Fahrzeug?<\/em><\/p>\n<p><em>Zur Zeit k\u00fcmmern wir uns eher prim\u00e4r um eine technologische und juristische L\u00f6sung eines solchen Konfliktes \u2013 anstatt um die ethische Fragestellung: K\u00f6nnen wir grunds\u00e4tzlich die Verantwortung f\u00fcr solche Entscheidungen \u00fcberhaupt an elektronische Systeme abgeben?<\/em><\/p>\n<p><em>Wenn \u201eja!\u201c ist derjenige, der nicht das technologisch besser ausgestattete Fahrzeug besitzt, f\u00fcr das Gemeinwohl gef\u00e4hrlich. Weil sein Auto Mensch und Tier \u201enoch\u201c nicht unterscheiden kann. Doch kann man ihn daf\u00fcr juristisch verantwortlich machen? Was ist, wenn er zur oben angesprochenen Gruppe B geh\u00f6rt, die sich \u201enur\u201c ein solches Auto wirtschaftlich leisten kann? Nicht dasjenige mit der besseren Software?<\/em><\/p>\n<p><em>Ich f\u00fcrchte: Unsere Ethik wurde l\u00e4ngst erweitert durch die \u201eInformations Ethik\u201c\u2026 das heisst jedoch bei weitem nicht, dass gewisse Entscheidungen nun einfacher werden \u2026 Das Primat der wirtschaftlichen Interesssen ?<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Aber ist denn das alles realistisch?<\/strong><\/p>\n<p><em>Das mag sich zur Zeit noch nach Science Fiction anh\u00f6ren, weil wir erst allm\u00e4hlich begreifen, was aus den zur Zeit in voller Systemgl\u00e4ubigkeit abgelieferten digitalen Daten gemacht werden KANN. Aber solche Entwicklungen, die auch hilfreiche Innovationen und Nutungsoptimierungen f\u00fcr uns parat haben, sind Realit\u00e4t!<\/em><\/p>\n<p><em>Erschwerend kommt hinzu, dass hier keine Langzeiterfahrung existiert und wir daraus keine L\u00f6sungen f\u00fcr die aktuellen Herausforderungen der Digitalisierung ableiten k\u00f6nnen. Und: Uns fehlt die Zeit dazu, da alle Welt begeistert bei der fortschreitenden Entwicklung mitmacht, vielfach auch Risiken und Privacy-Themen str\u00e4flich vernachl\u00e4ssigt und mitunter keine oder nicht umfassende Strategie zugrundelegt.<\/em><\/p>\n<p><em>Weil sich mit dem \u201ePlattform-Kapitalismus\u201c sehr viel Geld verdienen l\u00e4sst, werden wir mit Vorgaben aus Industrie und Regulation zu deren Nutzen regelrecht \u00fcberrollt und verlieren unsere \u201eLeadership\u201c. Wir werden f\u00f6rmlich zu reinen \u201eFollowern\u201c der Digitalen Entwicklung statt zu Gestaltern!<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Entstehen daraus auch Chancen?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><em>Die Rahmenbedingungen f\u00fcr Jungunternehmen und Start Ups sind sehr gut f\u00fcr jegliche Innovations-Adaptierungen!<\/em><\/p>\n<p><em>Im Bildungswesen \u2013 z.B. \u201eLehrplan21\u201c \u2013 werden Kompetenzen in Programmier-Sprachen und Informations-Management \/ -Nutzung wichtige Bereiche werden.<\/em><\/p>\n<p><em>Aus meiner Sicht werden wir gefordert, zunehmend interdisziplin\u00e4r und gemeinsam zu agieren und s\u00e4mtliche verf\u00fcgbaren, unterschiedlichen Expertisen (\u201eshare to evolve\u201c) aus allen Fachbereichen ins Feld zu f\u00fchren \u2013 besonders unsere St\u00e4rken der vereinten \u201eHuman Power\u201c \u2013 ich hoffe nicht irgendwann gegen \u201eMachine Power\u201c \/ \u201eArtificial Intelligence\u201c sonder lieber gemeinsam \u2026 auch hier: \u201ebest out of all\u201c wird in der Kombination von Mensch und Maschine ungeahnte Potentiale erschliessen aber leider auch Risiken und weitere offene Flanken mit sich bringen.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die 68er Generation in Deutschland hatte ihren V\u00e4tern und M\u00fcttern vorgeworfen, dass sie beim Nationalsozialismus mehr oder minder unkritisch mitgemacht h\u00e4tten. K\u00f6nnen uns unsere Kinder in Bezug auf die Digitalisierung nicht dasselbe vorwerfen? N\u00e4mlich nichts dagegen unternommen zu haben?<\/strong><\/p>\n<p><em>Damit die Digitalisierung nicht so einfach \u00fcber uns hinwegrollen kann, sollten wir jetzt, wo wir erste Fehlentwicklungen erkennen k\u00f6nnen, entsprechende Steuerungsmassnahmen einleiten.<\/em><\/p>\n<p><em>Das f\u00e4ngt im Kleinen an! Denn die Millionen \u201ekleinen Situationen\u201c der Smartphone-Nutzung haben ja auch die jetzige grosse Entwicklung beg\u00fcnstigt: Deshalb sollte jeder von uns immer wieder bewusste \u201eOffline-Momente\u201c einhalten \u2013 das sogenannte \u201edigital detoxing\u201c \u2013 in denen wir sowohl Smartphone als auch Notebook bewusst ausschalten.<\/em><\/p>\n<p><em>Mein f\u00fcnfj\u00e4hriger Sohn Fabrizio Milo kommt regelm\u00e4\u00dfig zu mir und sagt: `Papala, Notebook Pause!\u00b4, klappt es zu und will mit mir was unternehmen. Herrlich und Ideal, ganz analog.<\/em><\/p>\n<p><em>In unserer Gegenwart haben wir noch so viele Momente davon, dass wir denken, wir k\u00f6nnten sorglos damit umgehen. Aber diese Zeit neigt sich dem Ende: Wir m\u00fcssen sie rekultivieren!<\/em><\/p>\n<p><em>Und vorausblickend m\u00fcssen wir uns mit allen juristischen, philosophischen, ethischen und vor allen Dingen menschlichen Kr\u00e4ften Gedanken machen, wie wir die digitale Entwicklung strukturieren und mitgestalten \u2013 als \u201eLeader\u201c, nicht als gedankenlos bequeme \u201eFollower\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das ist ein guter Vorsatz f\u00fcrs neue Jahr! Oder?<\/strong><\/p>\n<p><em>Ja. Absolut! Denn zu guter Letzt bringen uns Maschinen bisher \u201enur\u201c von A nach B\u2026 unsere hinzugef\u00fcgte menschliche Vorstellungskraft hingegen bringt uns \u00fcberall hin!<\/em><\/p>\n<p>__________<\/p>\n<p>Fridel Rickenbacher ist Mitgr\u00fcnder, Partner und Verwaltungsrat des Wollerauer ICT-Total-Unternehmens MIT-GROUP \u2013 sowie Mitglied von diversen Fachgruppen wie z.B. \u201ePrivacy und Security\u201c und \u201eInformationsethik\u201c bei s-i.ch, der Schweizerischen Informatikgesellschaft, Akteur bei \u201cNationale Strategie gegen Cyberrisiken (NCS)\u201d des Bundes, bauen-digital.ch, isss.ch und Redaktions-Mitglied bei swissICT. Kurzum: Er ist ein profunder Gespr\u00e4chspartner aufgrund internen und externen Projekt-Erfahrungen \/ Audits \/ Coaching \/ Engineering zu virulenten Themen, n\u00e4mlich wie \u201cPrivacy &amp; Security\u201d, \u201cInformation Ethik\u201d, \u201cbest out of all clouds\u201d, \u201ceHealth\u201d und deren Auswirkungen auf die \u201cdigitalisierende\u201d Unternehmen und Gesellschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WARNHINWEIS: Lesen Sie diesen provokativen Artikel NICHT vor dem 31.12. Erst im neuen Jahr. Er hilft GUTE VORS\u00c4TZE zu entwickeln \u2013 VERDIRBT aber jede Weihnachtsstimmung! Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Digitalisierungs-Wahn und der digitalen Gesellschaft in Zukunft im mehrfach international\u00a0ausgezeichneten (zuletzt zum besten Unternehmensmagazin in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz) Y-Magazin f\u00fcr Standort- und Kultur-F\u00f6rderung. 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