Michael Hampe: Maschinen als Metaphern für das menschliche Wesen,

Menschen beschreiben sich seit vielen hundert Jahren selbst unter Heranziehung des Vergleichs mit Maschinen. Folgt man der Metaphrologie des Kultur- und Technikphilosophen Hans Blumenberg, so liegt hier der Entwicklung des Begriffs des Menschen eine metaphorische Unterströmung zugrunde. Drei der prominentesten Bespiele sind in diesem Zusammenhang die Uhr, die Dampfmaschine und der Computer. Vergleiche des Menschen mit diesen Maschinen heben unterschiedliche Aspekte am Menschen hervor: die geregelte Bewegung, die Steuerung von Energieniveaus und die Verarbeitung von Information. Alle diese Aspekte sind relevant für ein Verständnis des Menschen als lebendes und denkendes Wesen. Ein Kriterium zur Nobilitierung eines dieser Aspekte als der wesentlichen Eigenschaft des Menschen gibt es jedoch nicht, vor allem da nicht, wo Maschinen selbst diese Eigenschaften verwirklichen, eventuell sogar in einer vollkommenerer Form als der Mensch, ohne dass diese Maschinen deshalb doch selbst unter der Klasse der Menschen einsortiert zu würden. So kann man mit Alan Turing dafür argumentieren, dass eine Maschine, die den Turing-Test besteht, im wörtlichen Sinne denkt. Man würde sie deshalb jedoch nicht als einen Menschen bezeichnen. Maschinenmetaphern zur Erkenntnis des Menschen als Gattungswesen sind daher hilfreich, jedoch nicht geeignet, ein Wesen des Menschen zu fixieren, das unabhängig von einer bestimmten wissenschaftlichen und metaphorischen Perspektive wäre.

Commenta per primo

Lascia un commento

L'indirizzo email non sarà pubblicato.


*


Captcha loading...

Questo sito usa Akismet per ridurre lo spam. Scopri come i tuoi dati vengono elaborati.