IT Feuer – Andrea Egli

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Andrea Egli
 

Andrea Egli

Testmanagerin

Jahrgang: 1988
Keine Kinder

„Egal welchen Weg ihr wählt, mit genügend Neugier und Ausdauer könnt ihr alles werden, was ihr wollt.“

Werdegang: BSc Biotechnologie ZFH, MAS Informatik ZFH

 

Wie sind Sie in die IT-Branche gekommen?

Welches war Ihre erste Begegnung mit IT? Wann wie und warum haben Sie dann Feuer gefangen?
Mein Einstieg in die IT war eher zufällig. Während meines Biotechnologiestudiums habe ich angefangen, mich mit SPS-Programmierung auseinander zusetzen. Als ich mit 26 meinen Bachelor in Biotechnologie abgeschlossen habe, habe ich mich dazu entschieden, den Schritt in die IT zu wagen. Vor meinem Biotechnologiestudium war die IT gar nicht auf meinem Radar.
An der IT interessiert mich die analytische Arbeitsweise. Ich interessiere mich sehr stark für Analysen und Auswertungen. Gepaart mit meinen technischen und vielseitigen Interessen war das die perfekte Wahl.

Wie alt waren Sie da?
26

Wie alt waren Sie, als es ernst wurde und Sie sich für eine Berufslehre bzw. eine Studienrichtung entscheiden mussten?
Mit 19 musste ich mich für eine Studienrichtung entscheiden.

Was für alternative Berufe oder Studienrichtungen haben Sie damals ebenfalls interessiert?
Ich hatte damals sehr viele Interessen. Meine evaluierten Studienrichtungen waren zuerst Psychlologie, Mathematik und Medizin.
Ich wollte Medizin studieren, weil mich der menschliche Körper und seine Funktionsweise sehr interessiert. Das Studium kam für mich damals nicht in Frage, da ich den Numerus Clausus nicht bestanden habe.
An der Psychologie hat mich die Funktionsweise des Gehirns interessiert. Ich wollte schon immer wissen, woher Emotionen kommen und wie wir Dinge wahrnehmen. Das Psychologiestudium habe ich begonnen, jedoch gemerkt, dass es nicht das Richtige für mich ist.
Ich liebte es mathematische Probleme zu lösen. Aus diesem Grund habe ich mir Mathematik als Studium überlegt. Leider sah ich den praktischen Nutzen in dieser Studienrichtung nicht so.

Welche Infos hatten Sie damals über die Ausbildung und die Möglichkeiten danach?
Ich wusste einiges über die Möglichkeiten danach. Was mir an Informationen am Psychologiestudium gefehlt hat, waren die Möglichkeiten, sich in dem Bereich zu entwickeln. In dem Beratungsgespräch wurde mir mehr analytischer Inhalt und mehr Interdisziplinarität versprochen.

Was sprach dagegen aus Ihrer damaligen Sicht?
Informatik hatte ich bis zum Ende meines Biotechnologie-Studiums gar nicht auf dem Schirm. Gegen einen Quereinstieg in die IT hat damals nur gesprochen, dass ich bisher keine Berufserfahrung als Biotechnologin hatte. Ansonsten hat nichts gegen die IT gesprochen.

Wer, welche Personen, welche Umstände haben für Sie damals gegen eine Laufbahn, in der IT zu gesprochen?
Nach meinem Studium hat gegen die IT gesprochen, dass ich keine Berufserfahrung in der Biotechnologie sammeln konnte. Ich hatte Zweifel und war mir nicht sicher, was sein würde, wenn der Sprung in die IT nicht klappte. Daher hatte ich lange mit mir gehadert, ob ich es wagen sollte.

Was war letztendlich doch ausschlaggebend für Ihren Entscheid, in die IT zu gehen?
Ich fand es interessant, dass ich in der IT vieles Neues lernen konnte. Es war ein neues Gebiet, das ein grosses Wachstumspotential aufwies. Dadurch konnte ich unterschiedliche Branchen ausprobieren. Das hat mich sehr angesprochen und aus diesem Grund habe ich in die IT gewechselt.

Wer, welche Personen, haben Sie damals unterstützt?
Bei der Suche nach meinem ersten Job hat mich mein damaliger Partner unterstützt. Meine Familie hatte mich zudem ermutigt, dass ich das schaffen werde.

Wie verlief Ihr Weg nach der Ausbildung bzw. nach dem Studium?

Welches waren Ihre ersten Schritte nach dem Studium?
Direkt in einen Job einsteigen.

Wo standen Sie in Ihrer Karriere fünf Jahre nach Ende der Ausbildung/Studium?
Beruflich hatte ich eine Stelle als Teamleiterin in einem KMU. Ich konnte einiges lernen und bin weiterhin daran, mein Wissen stetig auszubauen.
Privat war ich 5 Jahre nach dem Studium verheiratet und habe alle meine Wünsche zu dieser Zeit bereits erfüllt gehabt.

Hatten Sie
a) Denselben Lohn wie Ihre männlichen Kollegen?
Ich hatte denselben Lohn wie meine männlichen Kollegen. Bei den Lohnverhandlungen habe ich mich immer am Lohn der Männern mit denselben Erfahrungen orientiert und entsprechend verhandelt.

b) Dieselben Karrierechancen?
Ich denke je nach Branche hat Frau dieselben Chancen wie ein Mann. In der IT wird in der Regel wenig darauf geachtet, ob eine Person männlich oder weiblich ist.

Wie schätzen Sie die Entscheidung für die IT rückblickend ein?

Welche Ihrer Erwartungen wurden erfüllt?
Die Vielseitigkeit und die Möglichkeiten zum Lernen konnten meine Erwartungen erfüllen.

Was freut Sie am meisten an ihrer aktuellen beruflichen Situation?
Mich freut am meisten, dass ich alle möglichen Weiterentwicklungsmöglichkeiten habe. Mit einem IT Hintergrund öffnen sich ungeahnte Optionen, an die ich vorher nicht einmal gedacht hätte.

Welche Ihrer Erwartungen wurden nicht erfüllt?
Ich wurde positiv überrascht, wie der Umgang mit Frauen in der IT war. Mein Bild der IT war ein anderes. Ich dachte als Frau in der IT wäre ich eine Exotin. Das hat sich zum Glück nicht bestätigt, und ich habe mich in meinen Teams immer sehr wohl gefühlt.

Würden Sie denselben Entscheid nochmals treffen?
Ich würde diese Entscheidung nochmal treffen.

Was bereuen oder kritisieren Sie?
Ich bereue es, dass ich nicht länger im Consultingbereich gearbeitet habe. In diesem Bereich habe ich sehr viel gelernt.

Wie wäre/würde Ihre Laufbahn anders verlaufen, wenn Sie ein Mann wären?
Wenn ich ein Mann wäre, wäre ich vielleicht karriereorientierter. Ich habe sehr hohe Ansprüche an meine Integrität und an den Support, den ich meinen Teams jeweils gebe. Als Mann hätte ich vielleicht weniger hohe Ansprüche an mich selber und meine Arbeit und könnte dadurch schneller Karriere machen. Das hat aber weniger mit Mann oder Frau im Allgemeinen in der Branche zu tun.

Was würden Sie anders machen, und wie genau, wenn Sie könnten?
Ich würde nichts anders machen. Der Weg eines Menschen ist die Erfahrung, die diesen Mensch prägt.

Hätten Sie einen Zauberstab, was würden Sie sich wünschen?
Mein Wunsch wäre, dass wir alle gleich gesehen werden würden und dass es egal ist, ob eine Person männlich oder weiblich ist.

Was raten Sie Ihrer Tochter?

Welche Ratschläge würden Sie ihrer 15-jährigen Tochter mit auf den Weg geben, wenn sie gern in die IT gehen möchte?
Lass dir nicht einreden, dass du das nicht kannst. Mit genügend Neugier und Ausdauer kannst du alles werden, was du möchtest.

Was ist für Sie in beruflicher Hinsicht wichtig im Leben?
Für mich ist es wichtig im Leben, dass ich viele neue Dinge lernen kann und dies auch in der Zukunft an die nächste Generation weitergeben kann.

Worauf müsste eine junge Frau, die im Jahr 2061 pensioniert wird, bei der Gestaltung ihre Laufbahn achten?
Bei der Gestaltung der Laufbahn ist es nicht wichtig, wie der Lebenslauf aussieht. Es ist wichtig, dass die Arbeit Spass macht und du dich für deine Projekte begeistern kannst.

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