IT Feuer – Lisa Gaedke-Merzhäuser

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Lisa Gaedke Merzhäuser
 

Lisa Gaedke-Merzhäuser

Doktorandin an der Fakultät für Informatik, Università della Svizzera italiana

Alter: 28

„Ich glaube, dass eine Gesellschaft nur wirklich gleichberechtigt sein kann, wenn sie gleichermaßen von allen mitgestaltet wird.“

Werdegang: Studium der Mathematik (Bachelor + Master)

 

Wie sind Sie in die IT-Branche gekommen?

Welches war Ihre erste Begegnung mit IT?   Wann wie und warum haben Sie dann Feuer gefangen?

Wie alt waren Sie da?

Wie alt waren Sie, als es ernst wurde und Sie sich für eine Berufslehre bzw. eine Studienrichtung entscheiden mussten?
19 Jahre, nach dem Abitur.

Was für alternative Berufe oder Studienrichtungen haben Sie damals ebenfalls interessiert?
Ich habe alternativ überlegt Psychologie zu studieren. Am Ende habe ich mich für ein Mathematik Studium entschieden, weil sich so viele Prozesse in dieser Welt in der Sprache der Mathematik ausdrücken lassen und einen Zusammenhänge und Grundlagen erkennen und beschreiben lassen, die ich sonst nie gesehen hätte. Außerdem hat mir auswendig lernen nie besonders viel Spaß macht, ich wollte lieber das Prinzip verstehen und es mir daraus immer wieder herleiten können, anstatt mir etwas einfach zu merken.

Welche Infos hatten Sie damals über die Ausbildung und die Möglichkeiten danach?
Ich habe im Internet recherchiert und mit Freunden und Bekannten gesprochen.

Was sprach dagegen aus Ihrer damaligen Sicht?
Ich hatte Angst, dass ich das Studium nicht schaffen würde, weil es zu schwierig ist. Aber jetzt weiß ich, dass man mit etwas Zeit und Ausdauer fast alles lernen kann, an dem man Interesse hat.

Wer, welche Personen, welche Umstände haben für Sie damals gegen eine Laufbahn, in der IT zu gesprochen?
Ich weiß, dass es damals viele Menschen in meinem Umfeld gab, die nicht verstehen konnten, wie ich mich für so etwas interessiert habe. Aber ganz konkret davon abgeraten hat mir glaube ich niemand.

Was war letztendlich doch ausschlaggebend für Ihren Entscheid, in die IT zu gehen?
Ganz genau kann ich es nicht sagen, die Idee es einfach auszuprobieren. Und sollte es mir keinen Spaß machen oder sollte ich nicht durch die Prüfungen kommen, dann hätte ich ja immer noch etwas anderes machen können.

Wer, welche Personen, haben Sie damals unterstützt?
Ich glaube, ich habe nur mit einzelnen Personen darüber gesprochen, weil ich meine Entscheidung nicht ständig rechtfertigen wollte, da es doch immer noch ein sehr männlich dominiertes Fach ist, wenn man nicht auf Lehramt studiert. Aber als ich dann angefangen habe zu studieren, habe ich im Studium schnell eine kleine Gruppe von anderen Frauen kennengelernt, mit denen ich dann alle weiteren Höhen und Tiefen gemeinsam bestritten habe.

Wie verlief Ihr Weg nach der Ausbildung bzw. nach dem Studium?

Welches waren Ihre ersten Schritte nach dem Studium?
Ich bin nach meinem Master tatsächlich erstmal auf Reisen gegangen, bevor ich mit meiner Promotion angefangen habe.

Wo standen Sie in Ihrer Karriere fünf Jahre nach Ende der Ausbildung/Studium?
Ich weiß es noch nicht, denn ich bin noch im Studium.

Hatten Sie
a) Denselben Lohn wie Ihre männlichen Kollegen?
Das Promotionsgehalt ist gesetzlich geregelt und damit für alle gleich.

b) Dieselben Karrierechancen?
Ich finde, das lässt sich nie wirklich beurteilen, es gibt ja sehr selten jemanden der genau in der gleichen Situation ist. Deswegen kann ich nicht wirklich beantworten, was für Möglichkeiten sich einem Mann an meiner Stelle geboten hätten

Wie schätzen Sie die Entscheidung für die IT rückblickend ein?

Welche Ihrer Erwartungen wurden erfüllt?

Was freut Sie am meisten an ihrer aktuellen beruflichen Situation?
Vieles, mir gefällt meine Arbeit. Ich gehe einer anspruchsvollen Tätigkeit nach, die vielseitig und nur selten langweilig ist. Ich lerne (fast) jeden Tag etwas Neues. Ich habe Spielraum zu entscheiden, woran ich gerne arbeiten möchte und was mir weniger Spaß macht. Ich bin sehr flexibel, was meine Arbeitszeiten und meinen Arbeitsort angeht. Und ich habe das Gefühl, in einem Projekt mitzuwirken, was nicht nur ich und meine Kolleg*innen interessiert, sondern ein breiteres Publikum erreichen kann.

Welche Ihrer Erwartungen wurden nicht erfüllt?

Würden Sie denselben Entscheid nochmals treffen?
Ja, auf jeden Fall. Obwohl man natürlich nie genau weiß, wie es einem sonst ergangen wäre. Es gibt ja selten nur die eine richtige Entscheidung.

Was bereuen oder kritisieren Sie?
Ich hätte mir gewünscht, dass es in meinem Studium eine größere Offenheit für Fehler als Teil des Lernprozesses gegeben hätte. In meinem Studium gab es viele Strukturen, die seit Jahrzehnten unverändert existieren, obwohl sich die Gesellschaft seitdem stark gewandelt hat. Gerade deswegen würde ich mir wünschen, dass es in Zukunft mehr Frauen in wichtigen Positionen gibt, die Dinge so verändern, dass sie allen gerecht werden.

Wie wäre/würde Ihre Laufbahn anders verlaufen, wenn Sie ein Mann wären?

Was würden Sie anders machen, und wie genau, wenn Sie könnten?

Hätten Sie einen Zauberstab, was würden Sie sich wünschen?

Was raten Sie Ihrer Tochter?

Welche Ratschläge würden Sie ihrer 15-jährigen Tochter mit auf den Weg geben, wenn sie gern in die IT gehen möchte?

Was ist für Sie in beruflicher Hinsicht wichtig im Leben?

Worauf müsste eine junge Frau, die im Jahr 2061 pensioniert wird, bei der Gestaltung ihre Laufbahn achten?

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