IT Feuer – Milica Markovic

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Milica Markovic
 

Milica Markovic

Software-Ingenierin

Jahrgang: 1984
keine Kinder

„Die IT Welt ist bunt und hat viel zu bieten – sei mutig und tauche ein!“

Werdegang: Einem Studium in Molekularbiologie und Promotion in Neurobiologie folgte ein Nachdiplomstudium (MAS) in Informatik an der ZHAW.

 

Wie sind Sie in die IT-Branche gekommen?

Welches war Ihre erste Begegnung mit IT? Wann wie und warum haben Sie dann Feuer gefangen?
Am Anfang meines Studiums der Molekularbiologie hat mich die Proteinstruktur fasziniert. Vorhersagen über die Struktur und Faltung der Proteine kann man basierend auf Computermodellen treffen. Um diese selbst erstellen zu können, wollte ich lernen zu programmieren und belegte einige Lehrveranstalltungen in Informatik.

Wie alt waren Sie da?
20

Wie alt waren Sie, als es ernst wurde und Sie sich für eine Berufslehre bzw. eine Studienrichtung entscheiden mussten?
Bald musste ich mich, wegen der vielen Präsenzveranstalltungen in beiden Studienfächern, zwischen Molekularbiologie und Informatik entscheiden. Die Wahl fiel auf Molekularbiologie. Mehr als zehn Jahre später liess mich die Idee, in der Informatik tätig zu werden, nicht los, und ich entschied mich, ein MAS Nachdiplomstudium in Informatik zu absolvieren.

Was für alternative Berufe oder Studienrichtungen haben Sie damals ebenfalls interessiert?
Als ich mich ursprünglich für ein Studium entscheiden musste, kamen für mich Molekularbiologie, Informatik und Physik in Frage. Da wir in der Schule sehr starken Biologieunterricht hatten, fühlte ich mich für ein Studium in Molekularbiologie am besten vorbereitet.

Welche Infos hatten Sie damals über die Ausbildung und die Möglichkeiten danach?
Aus heutiger sicht, hätte ich mich besser über die Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsbilder informieren sollen. Die Entscheidung machte ich nur basierend auf meinen Stärken und Vorlieben aus der Schule. Eine Vorstellung über den möglichen Berufsalltag nach der Ausbildung hatte ich nicht.

Was sprach dagegen aus Ihrer damaligen Sicht?
Ich fühlte mich nicht gut für ein Studium in Informatik vorbereitet. Damals wusste ich allerdings nicht, dass eine optimale Vorbildung aus der Schule weder absolute Voraussetzung noch eine Garantie für Erfolg im (und nach) dem Studium ist. Mit guter Motivation und soliden Lerntechniken kann man die Lücken aus dem Schulstoff in den ersten Monaten des Studiums recht schnell schliessen.

Wer, welche Personen, welche Umstände haben für Sie damals gegen eine Laufbahn, in der IT zu gesprochen?
Keiner hat sich dagegen ausgesprochen und ich spürte auch keinen Widerstand. Ich hatte ab und zu Zweifel, ob ich das schaffe und ob ich schlau genug für die Informatik bin.

Was war letztendlich doch ausschlaggebend für Ihren Entscheid, in die IT zu gehen?
Nach der Promotion war ich als Daten-Kuratorin tätig und arbeitete eng mit einem Team von Softwareingenieur::innen an einer Platform für Veröffentlichung von Forschungsdaten zusammen. Die Zusammenarbeit war super, jedoch beneidete ich die Techniker::innen immer um die spannenden Aufgaben beim Aufbau der Platform. Da wusste ich – das will ich irgendwann auch machen können und entschied mich für das MAS Informatik.

Wer, welche Personen, haben Sie damals unterstützt?
Mein Lebenspartner ist ebenfalls Software-Ingenieur und hat die meisten Zweifel aus dem Weg räumen können.

Wie verlief Ihr Weg nach der Ausbildung bzw. nach dem Studium?

Welches waren Ihre ersten Schritte nach dem Studium?
Direkt in einen Job einsteigen.

Wo standen Sie in Ihrer Karriere fünf Jahre nach Ende der Ausbildung/Studium?
Derzeit habe ich einen tollen Job als Software-Ingenieurin bei Paranor AG. Dort arbeite ich alle paar Monate an einem anderem Projekt, mit neuem Team und neuen Kunden. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich und erfüllend.
Privat hat sich alles wie gewünscht entwickelt.

Hatten Sie
a) Denselben Lohn wie Ihre männlichen Kollegen?
Ja

b) Dieselben Karrierechancen?
Ja

Wie schätzen Sie die Entscheidung für die IT rückblickend ein?

Welche Ihrer Erwartungen wurden erfüllt?
Die Aufgaben sind abwechslungsreich, und man kann sich kreativ und intellektuell austoben.

Was freut Sie am meisten an ihrer aktuellen beruflichen Situation?
Die umgesetzten Projekte bringen unseren Kunden einen greifbaren Mehrwert – das freut mich besonders.

Welche Ihrer Erwartungen wurden nicht erfüllt?
Keine

Würden Sie denselben Entscheid nochmals treffen?
Auf jeden Fall

Was bereuen oder kritisieren Sie?
Bisher geniesse ich die IT-Welt in vollen Zügen. Mehr Diversität am Arbeitsplatz ist anstrebenswert und wird derzeit in meisten Unternehmen stark gefordert. Das finde ich super!

Wie wäre/würde Ihre Laufbahn anders verlaufen, wenn Sie ein Mann wären?
Soweit ich das beurteilen kann, würde sie nicht anders verlaufen.

Was würden Sie anders machen, und wie genau, wenn Sie könnten?
Ich bin soweit sehr zufrieden.

Hätten Sie einen Zauberstab, was würden Sie sich wünschen?
Ein Projekt, in dem ich mein Können aus den Lebenswissenschaften und der Informatik vereinen kann.

Was raten Sie Ihrer Tochter?

Welche Ratschläge würden Sie ihrer 15-jährigen Tochter mit auf den Weg geben, wenn sie gern in die IT gehen möchte?
Die IT Welt ist vielfältig – es gibt viele Karrierepfade, zum Beispiel Softwareentwicklung, Anforderungs- und Businessanalyse, Datenanalyse, Leitung von IT-Projekten, usw. Als Informatiker::in kann man ebenfalls in die Forschung gehen, und zwar nicht nur in den Computer- sondern auch in die Natur- und Sozialwissenschaften. Nach einer fundierten technischen Ausbildung stehen einem all diese Türen offen.

Was ist für Sie in beruflicher Hinsicht wichtig im Leben?
Abwechslungsreiche und herausfordernde Aufgaben, gute Karrierechancen, freundliches Arbeitsumfeld, gute Entlöhnung, Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben.

Worauf müsste eine junge Frau, die im Jahr 2061 pensioniert wird, bei der Gestaltung ihre Laufbahn achten?
Formuliert man die eigenen Lebens- und Laufbahnziele klar und passt diese immer wieder an, kann man sie auch schneller erreichen. Dabei ist das richtige Umfeld, in der man sich Unterstützung und Rat holen kann, das A und O.

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