IT Feuer – Fiona Duffy

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Fiona Duffy
 

Fiona Duffy

Network Engineer

Alter: 45
1 Kind

„Folge deiner Leidenschaft und hab Spass.“

Werdegang: Hochbauzeichnerlehre, 1997 Quereinstieg in die Informatik, seither kontinuierlich

 

Wie sind Sie in die IT-Branche gekommen?

Welches war Ihre erste Begegnung mit IT? Wann wie und warum haben Sie dann Feuer gefangen?
Vergleichsweise relativ früh! 1981 mit einem IBM 8086, welchen meine Eltern für ihr Drucker-Geschäft benutzten: Darauf konnte man «Hang Man» spielen!
Wirklich mit IT begann ich mich 1996 in London auseinanderzusetzen. Mein damaliger Freund arbeitete bei Bay Networks (Netzwerk-Produkte-Hersteller), er und seine Arbeitskollegen erzählten immer vom «Netzwerk». Was ich hörte, faszinierte mich und ich dachte, das möchte ich auch können.

Wie alt waren Sie da?
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Wie alt waren Sie, als es ernst wurde und Sie sich für eine Berufslehre bzw. eine Studienrichtung entscheiden mussten?
Ich war 15 Jahre alt, als ich mich für eine Berufslehre entscheiden musste.

Was für alternative Berufe oder Studienrichtungen haben Sie damals ebenfalls interessiert?
Als es darum ging, eine Lehre zu absolvieren, gab es noch keine «Informatiklehre». Beim Berufsberater kristallisierten sich die folgenden 3 Berufe heraus: Goldschmied, Schriftsetzer oder Hochbauzeichner, was meinen Interessen am nächsten kam.

Welche Infos hatten Sie damals über die Ausbildung und die Möglichkeiten danach?
Ich hatte ein ziemlich klares Bild und ich liebäugelte damit, eventuell im Anschluss an die Hochbauzeichnerlehre eine Ausbildung zur Architektin an der damaligen HTL zu absolvieren.

Was sprach dagegen aus Ihrer damaligen Sicht?

Wer, welche Personen, welche Umstände haben für Sie damals gegen eine Laufbahn, in der IT zu gesprochen?
Niemand.

Was war letztendlich doch ausschlaggebend für Ihren Entscheid, in die IT zu gehen?
Was meine damaligen Bekannten über Computernetzwerke erzählten, fand ich schlichtweg spannend. Ich war fasziniert und wusste, dass ich dies als Beruf ausüben wollte.

Wer, welche Personen, haben Sie damals unterstützt?
Meine Eltern hatten mich dabei unterstützt, einen Quereinstieg in die Informatik zu wagen. Mein erster IT Arbeitgeber, die Also Comsyt AG, gab mir glücklicherweise die Möglichkeit, mich in die IT einzuarbeiten.

Wie verlief Ihr Weg nach der Ausbildung bzw. nach dem Studium?

Welches waren Ihre ersten Schritte nach der Lehre?
Nach meiner Lehre ging ich nach London und arbeitete bei diversen Firmen, um mir meinen Lebensunterhalt zu verdienen und eine Auslandserfahrung zu machen. In London war es für mich besonders speziell, weil mein Vater da aufgewachsen ist.

Wo standen Sie in Ihrer Karriere fünf Jahre nach Ende der Ausbildung/Studium?
Nach einem Jahr London-Aufenthalt kam ich zurück in die Schweiz und mir gelang der Quereinstig in die Informatik-Welt.
Bei den Eltern ausgezogen lebte ich alleine in meiner eigenen Wohnung, traf Freunde und ging meinen Hobbies in der Freizeit nach.

Hatten Sie
a) Denselben Lohn wie Ihre männlichen Kollegen?
Generell weiss ich es nicht, ich habe mich nie über meinen Lohn mit meinen Arbeitskollegen ausgetauscht. Bei einer Firma, welche ich verlassen hatte, hat mir meine Chefin gesagt, ich hätte 30% weniger als meine Arbeitskollegen mit gleicher Ausbildung verdient. Das hat mich sehr geärgert, vor allem warb die Firma mit Gleichstellung der Frau.

b) Dieselben Karrierechancen?
Das war jeweils abhängig von der Firma und dem Chef. Konnte ich mich nicht weiter entwickeln, habe ich jeweils den Arbeitgeber gewechselt und suchte eine Arbeitsstelle, welche sich mit meiner Arbeitsvorstellung deckte.

Wie schätzen Sie die Entscheidung für die IT rückblickend ein?

Welche Ihrer Erwartungen wurden erfüllt?
Ich bin bis heute zufrieden mit meinem Entscheid in die IT einzusteigen. Die meisten Arbeitsstellen, welche mich interessierten, habe ich auch bekommen.

Was freut Sie am meisten an ihrer aktuellen beruflichen Situation?
Da gibt es vieles. Einerseits mag ich es, vom Home Office aus zu arbeiten, andererseits auch, dass ich mir die Arbeit und Kundentermine selbständig einteilen kann und ich immer wieder an neue Orte komme. Mein Arbeitsumfeld bleibt sehr spannend.

Welche Ihrer Erwartungen wurden nicht erfüllt?
Keine.

Würden Sie denselben Entscheid nochmals treffen?
Ja.

Was bereuen oder kritisieren Sie?
Bereuen tue ich nichts, aber man könnte die Vorurteile gegenüber Frauen in der IT abbauen. Des Öfteren, wenn mich die Kunden nicht kennen, kriege ich bei der Terminvereinbarung zu hören, sie würden doch lieber direkt mit dem Techniker sprechen. Wenn ich jeweils sage, ich wäre der Techniker, herrscht häufig Stille am anderen Ende des Telefons.

Wie wäre/würde Ihre Laufbahn anders verlaufen, wenn Sie ein Mann wären?
Wahrscheinlich gleich, ich treffe selber meine Entscheidungen, die mich dementsprechend weiterbringen.

Was würden Sie anders machen, und wie genau, wenn Sie könnten?
Meine Weiterbildungen nahtlos an die Berufslehre zu hängen.

Hätten Sie einen Zauberstab, was würden Sie sich wünschen?

Was raten Sie Ihrer Tochter?

Welche Ratschläge würden Sie ihrer 15-jährigen Tochter mit auf den Weg geben, wenn sie gern in die IT gehen möchte?
Dass sie sich einen Bereich wählt, welcher ihr Spass bereitet, ihrer Persönlichkeit entspricht und zukunftsorientiert ist.

Was ist für Sie in beruflicher Hinsicht wichtig im Leben?
Interessante, spannende und abwechslungsreiche Arbeit zu haben und in einem Team gut integriert zu sein.

Worauf müsste eine junge Frau, die im Jahr 2061 pensioniert wird, bei der Gestaltung ihre Laufbahn achten?
Immer am Ball bleiben und ihre Selbständigkeit behalten.

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