Cloud Software als Innovationstreiber in ICK-Unternehmen

Die Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche (ITK) gehört in der Schweiz zu den grössten Wirtschaftszweigen. Der Motor des anhaltenden Wachstums ist die digitale Transformation. Sie schafft ständig neue Trends, mit denen sich das Geschäft immer weiter optimieren und vergrössern lässt. Dabei gilt: Wer zuerst die Entwicklungen umsetzt, macht oft die höchsten Umsätze und wird als Pionier gesehen. Gerade den kleinen und mittleren ITK-Unternehmen fehlt aber die Zeit für ein kontinuierliches Innovationsmanagement.

Die Lösung für diese Herausforderung ist wiederum Technologie. Genauer gesagt zuverlässige Software, die nicht nur über Trends spricht, sondern sie auch umsetzt. Beispiel hierfür sind Enterprise Resource Planning Systeme, die über die Cloud schnell die passenden Funktionen bereitstellen, um zum Beispiel Trends wie Automatisierung, Mobilität oder Internet of Things zu realisieren und damit die Weichen für zukünftiges Geschäft zu stellen. Was moderne ERP-Systeme aus der Cloud liefern sollten und welchen Mehrwert sie bieten, erklärt der Beitrag von David Lauchenauer, Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory Gruppe.

Automatisierung: Produkte entwickeln

Ob online oder offline – Kundendaten sind für Unternehmen die neue Währung. Richtig genutzt, helfen sie der ITK-Branche, ein ganzheitliches Kundenbild zu ermitteln. Voraussetzung für diesen 360-Grad-Blick ist die zentrale und vor allem automatisierte Speicherung von Daten. Damit sind jedoch nicht nur die Kontaktdaten gemeint, sondern alle Interaktionen zwischen Verkäufer und Käufer. Nur wer an einem Ort alle Informationen zu einem Ansprechpartner hat, kann seine Kunden nachhaltig und ganzheitlich betreuen.

Kunden nutzen nicht mehr wie noch vor einigen Jahren nur einen Kanal zur Kontaktaufnahme, sondern mehrere. Ob Mail, Web-Formular oder Telefon – an verschiedenen Touchpoints interagieren Kunden mit dem Unternehmen. Damit etwa der Support bei einem Anruf nicht nur die Telefon-Historie, sondern auch alle Mails sehen kann, ist die automatische Kontaktanlage gefragt. Sie ordnet jegliche Kommunikation einem Ansprechpartner zu. Das spart Zeit und bietet jedem Berechtigten die Möglichkeit, alle Aktivitäten einzusehen. Mehr noch: Dank des holistischen Kundenbildes kann sich nun die Produktentwicklung ganz genau die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden anschauen und daraus neue Produkte und Services entwickeln.

Mobilität: Einkaufserlebnis verbessern

Der Online-Handel setzt die stationären Geschäfte immer mehr unter Druck. Aus dem Grund überlegen viele kleine und mittlere Unternehmen, wie sie die Kunden in die Läden locken. Dabei spielt die Digitalisierung des Point of Sales eine immer grössere Rolle. Ein Beispiel dafür ist die mobile Kassenführung – zum Beispiel über das Tablet. Verkäufer können darüber Artikel erfassen und gleichzeitig den Kunden im Laden oder Lager begleiten. Die Artikelerfassung erfolgt per Eingabe oder Bildauswahl.

Gerade im Grosshandel lassen sich damit Kunden ohne Unterbrechung beraten. Das bringt beiden Seiten Vorteile: Der Kundenberater erhält mehr Zeit für die Betreuung und hat weniger Aufwand beim Eintippen der ausgewählten Ware. Die Kunden hingegen profitieren von einem optimierten Einkaufserlebnis, das auch die Kundenloyalität stärkt. Am Point of Sale findet dann der Kassiervorgang statt, der dank Schnittstellen zwischen Business Software und Kassenhardware integriert abläuft.

Internet of Things: Geschäftsmodelle erweitern

In der ITK-Branche spielt Vernetzung eine entscheidende Rolle. Ein wichtiger Treiber dafür ist Internet of Things (kurz: IoT), also die Verknüpfung unterschiedlicher Geräte über das Internet. Eine zentrale Rolle spielen dabei Sensoren, die in Geräten verbaut zum Beispiel Lagerbestände, aber auch die Beschaffenheit von Produkten messen können – und das in Echtzeit. Über das Web werden dann die gemessenen Daten an die verbundenen Systeme geschickt, zum Beispiel dem ERP-System. Dort wird entweder automatisch eine Reaktion ausgelöst oder ein Mitarbeiter prüft den Wert und leitet die nächsten Schritte ein.

Ein Beispiel: Ein IT-Unternehmen stellt Hochleistungsrechner her. Um das Geschäftsfeld zu erweitern, soll ein Reparaturservice angeboten werden. Daher stattet der Hersteller seine Produkte mit erweiterten Sensoren aus, die bei Laufzeit-Problemen ein Ticket an das ERP-System senden. Nun entscheidet der Kundenservice auf Basis der Daten, ob und wie er am besten reagiert. Über weitere Automatismen erhält der Kunde dann beispielsweise Mails mit der Fehlermeldung und Vorschlägen für Wartungstermine.

Cyber Security: Datenschutz gewährleisten

Ob Automatisierung, Mobilität oder IoT – alle Trends haben direkt oder indirekt mit Kundendaten zu tun. Daher brauchen diese Informationen einen besonderen Schutz. Vor allem Firmen und Betriebe, die Handelsbeziehungen nach Europa pflegen, müssen sich an die dortigen Datenschutzregeln halten. Auch hier helfen die Systeme aus der Cloud: Um Firmen bei der Umsetzung der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zu helfen, setzen ERP-Hersteller beispielsweise auf Anonymisierungsassistenten. Dahinter steckt das unwiderrufliche Überschreiben der personenbezogenen Daten. Das bildet die technische und organisatorische Basis für die Einhaltung des Datenschutzes.

Ergänzend dazu bieten einige Hersteller neue Tools zur Umsetzung der Aufbewahrungsfrist. Das erkennt bei Verkaufsbelegen und Verträgen, ob ein dazu passender Datensatz eine gültige Aufbewahrungsfrist besitzt oder nicht. Mit diesen Funktionen sind Firmen nicht nur rechtlich auf der sicheren Seite, sondern auch in Bezug auf den Admin-Aufwand. Dieser verringert sich und schafft wiederum Zeit, sich dem Tagesgeschäft oder weiteren Optimierungsmöglichkeiten zu widmen.

Fazit: Innovative Unternehmen brauchen innovative Software

Die Digitalisierung verlangt Schnelligkeit. Das gilt auch in der Umsetzung von aktuellen Trends und Entwicklungen. Das gilt nicht nur für die ITK-Unternehmen, sondern auch für die Software, die sie einsetzen. Dabei müssen die Lösungen vor allem mobil, flexibel, skalierbar und zuverlässig sein, um Anwendern die Arbeit zu erleichtern und Kunden einen Mehrwert zu bieten.

Bei der Auswahl des richtigen Anbieters sollten Firmen prüfen, welcher Trend für sie der wichtigste ist und ob das bestehende System diesen schon bedient. Ist das nicht der Fall, gilt es im ersten Schritt, Anforderungen zu definieren, mit denen dann der richtige Partner gefunden werden kann. Umso mehr Zeit in diese Vorüberlegung fliesst, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit von Fehlinvestitionen und desto grösser die Chance, in künftiges Wachstum zu investieren.

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Über David Lauchenauer 4 Artikel
David Lauchenauer (*1963) ist seit 1988 als Unternehmer im Bereich Business Software für KMU tätig. Seit 2008 ist er in der Schweiz Geschäftsführer und VR der myfactory Software Schweiz AG und startete 2009 mit myfactory das professionelle Cloud ERP für den Schweizer KMU-Markt, weshalb er über sehr umfassende Praxiserfahrungen mit Cloud-Computing verfügt. Seit 2016 ist David Lauchenauer auch Co-Geschäftsführer und Gesellschafter der myfactory International GmbH.

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