SIDM Editorial Team - 20 August 2021
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 Myriam Fischer
 

Myriam Fischer

Software Engineer III

Jahrgang: 1978
2 Kinder

„Alles ist lernbar in der Informatik!“

Werdegang: WMB (Wirtschaftsmittelschule der Stadt Bern) (3 Jahre), Kaufmännische Berufsmatura Bern (1 Jahr) anschliessendes KV Praktikum (1 Jahr), Informatik Ing. FH Vertiefungsrichtung Wirtschaftsinformatik an der HTI Biel (4 Jahre – inkl. 1 Jahr Praktikum)

 

Wie sind Sie in die IT-Branche gekommen?

Welches war Ihre erste Begegnung mit IT?   Wann wie und warum haben Sie dann Feuer gefangen?
An meine erste Begegnung mit IT erinnere ich mich nicht mehr. Während eines Praktikums bei der Mobiliar habe ich mich für das Informatik Tech in Biel entschieden. Es war ein relativ sponaner und zufälliger Entscheid gewesen, da ich nicht die HSW machen wollte, aber dennoch an eine weiterführende Schule gehen wollte.

Wie alt waren Sie da?
Damals war ich 21 Jahre.

Wie alt waren Sie, als es ernst wurde und Sie sich für eine Berufslehre bzw. eine Studienrichtung entscheiden mussten?
Ich war 15 Jahre alt, als ich mich für eine Berufslehre entscheiden musste und 21 bei der Wahl einer Studienrichtung.

Was für alternative Berufe oder Studienrichtungen haben Sie damals ebenfalls interessiert?
Das weiss ich nicht mehr so genau. Was ich noch weiss ist, dass ich eher per Zufall zur Informatik kam. Eine Freundin hat mich gefragt, ob ich nicht auch nach Biel zur Schule gehen will, und wir haben uns dann zusammen in Biel eingeschrieben, sie für die Architektur und ich für die Informatik.

Welche Infos hatten Sie damals über die Ausbildung und die Möglichkeiten danach?
Nicht viel. Wir wurden kurz über mögliche weiterführende Schulen informiert, als ich die Berufsmatura-Klasse besuchte. Über die Möglichkeiten danach habe ich mich dann erst später informiert.

Was sprach dagegen aus Ihrer damaligen Sicht?
Nichts.

Wer, welche Personen, welche Umstände haben für Sie damals gegen eine Laufbahn, in der IT zu gesprochen?
Es gab keine Gegenstimmen, ich wurde von allen Seiten unterstützt. Ich hatte selber auch keine Zweifel.

Was war letztendlich doch ausschlaggebend für Ihren Entscheid, in die IT zu gehen?

Wer, welche Personen, haben Sie damals unterstützt?
Eigentlich alle.

Wie verlief Ihr Weg nach der Ausbildung bzw. nach dem Studium?

Welches waren Ihre ersten Schritte nach dem Studium?
Direkt in einen Job einsteigen.

Wo standen Sie in Ihrer Karriere fünf Jahre nach Ende der Ausbildung/Studium?
Ich war Software Engineer bei der Swisscom.

Hatten Sie
a) Denselben Lohn wie Ihre männlichen Kollegen?
Nein, soweit ich weiss, nicht.

b) Dieselben Karrierechancen?
Ja, ich denke schon.

Wenn nein, warum nicht?
Ich war zu wenig frech bei den Lohnverhandlungen.

Wie schätzen Sie die Entscheidung für die IT rückblickend ein?

Welche Ihrer Erwartungen wurden erfüllt?
Ich hatte keine Erwartungen, da ich eigenlich nicht wusste, was auf mich zukommt.

Was freut Sie am meisten an ihrer aktuellen beruflichen Situation?
Meine Situation ist sehr privilegiert, denn ich kann meine Arbeit von überall her erledigen, wo es einen Internet-Anschluss gibt. Die Entlöhnung ist sehr gut. Die Tätigkeit als Software Engineer ist abwechslungsreich und ich habe viel mit anderen Menschen zu tun. Ausserdem kann ich kreativ sein, und mein Gehirn wird jeden Tag aufs Neue gefordert.

Welche Ihrer Erwartungen wurden nicht erfüllt?
Da ich keine Erwartungen hatte, kann ich dazu nichts sagen.

Würden Sie denselben Entscheid nochmals treffen?
Ja, auf jeden Fall.

Was bereuen oder kritisieren Sie?
Frauen werden immer noch nicht von allen gleichberechtigt behandelt. Ich denke jedoch, dass das nichts mit der Branche zu tun hat, sondern ein generelles Problem in der Arbeitswelt ist. Mein Glück ist es, dass alle meine Teamkolleginnen und -kollegen keinen Unterschied zwischen Mann und Frau machen.

Wie wäre/würde Ihre Laufbahn anders verlaufen, wenn Sie ein Mann wären?
Ich denke nicht.

Was würden Sie anders machen, und wie genau, wenn Sie könnten?
Nichts.

Hätten Sie einen Zauberstab, was würden Sie sich wünschen?
Schwierige Frage …

Was raten Sie Ihrer Tochter?

Welche Ratschläge würden Sie ihrer 15-jährigen Tochter mit auf den Weg geben, wenn sie gern in die IT gehen möchte?
Lass dich nicht verunsichern von dummen Sprüchen, man muss kein Nerd sein, um in der IT zu arbeiten.

Was ist für Sie in beruflicher Hinsicht wichtig im Leben?
Das Wichtigste für mich ist ein gutes Team und ein fairer Lohn.

Worauf müsste eine junge Frau, die im Jahr 2061 pensioniert wird, bei der Gestaltung ihre Laufbahn achten?
Ich kann leider nicht in die Zukunft sehen, aber wichtig in der IT ist sicher, dass man sehr flexibel bleibt und sich kontinuierlich weiterbildet, sei es on the job, im Selbststudium oder auch extern an einem Kurs.

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