SIDM Editorial Team - 6 Dezember 2021
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Jolanda Kaufmann
 

Jolanda Kaufmann

Produktmanagerin SAP-Themen

Alter: 57
keine Kinder

„Die Informatik ist immer in Bewegung, laufend neue Herausforderungen – es bleibt spannend und ist herausfordernd – und viele attraktive Themen warten auf Dich!“

Werdegang: Kaufmannische Grundausbildung, dann in IT (Aufbau IT, PCs, Netzwerk, Datenbanken), dann Projektleiterin mit Einführung SAP-FI/HR, weitere Projekte DMS, Archivierung, Workflow, Teamleitung SAP-CCC, Abteilungsleitung SAP, agile Rolle Product-Managerin

 

Wie sind Sie in die IT-Branche gekommen?

Welches war Ihre erste Begegnung mit IT?   Wann wie und warum haben Sie dann Feuer gefangen?
Ich habe die IT als Fakturierungssystem / Datenverarbeitung kennengelernt. Ich habe dann selber aktiv einfache Programme geschrieben, jedoch dann v.a. in der Konfiguration von PCs und Netzwerken gearbeitet.
Die Komplexität wird immer grösser, jedoch kann man selber aktiv einen Teil davon bestimmen.

Wie alt waren Sie da?
25

Wie alt waren Sie, als es ernst wurde und Sie sich für eine Berufslehre bzw. eine Studienrichtung entscheiden mussten?
Ich habe zuerst eine KV-Lehre gemacht, da es zu meiner Zeit noch keine Informatiklehre gab. Mit 30 habe ich die Ausbildung zur eidg. dipl. Informatikerin absolviert.

Was für alternative Berufe oder Studienrichtungen haben Sie damals ebenfalls interessiert?
Ich habe generell verschiedene Themen gegenübergestellt und das, was ich am besten kann, versucht!

Welche Infos hatten Sie damals über die Ausbildung und die Möglichkeiten danach?
Die eidgenössisch anerkannte Informatikausbildung war eine gute Allgemeinbildung. Es war ein Überblick, der nicht zu tief ging, was mir entgegenkam. Ich wusste, dass ich mich dann immer noch vertiefen kann.

Was sprach dagegen aus Ihrer damaligen Sicht?
Die Kosten, jedoch kam mir der Arbeitgeber mit 50% entgegen.

Wer, welche Personen, welche Umstände haben für Sie damals gegen eine Laufbahn, in der IT zu gesprochen?
Die Kollegen im Büro haben mich unterstützt, ebenfalls der Vorgesetzte.

Was war letztendlich doch ausschlaggebend für Ihren Entscheid, in die IT zu gehen?
Der eigene Wille und das Umfeld.

Wer, welche Personen, haben Sie damals unterstützt?
Ich hatte nie Zweifler im Umfeld «Frau in der IT», sondern eben Vorgesetzte, die mir das zutrauten, und ich konnte es beweisen.

Wie verlief Ihr Weg nach der Ausbildung bzw. nach dem Studium?

Welches waren Ihre ersten Schritte nach dem Studium?
Die Ausbildung fand parallel zur Arbeit/zum Job statt. Dann hatte ich weiterhin die gleiche Funktion und suchte anschliessend weitere Funktionen, v.a. auch mal andere Themen als Inhalt, grössere Projekte, komplexere System-Welten.

Wo standen Sie in Ihrer Karriere fünf Jahre nach Ende der Ausbildung/Studium?
Beruflich war ich Teamleiterin der IT-Projektleiter, privat war ich in einer Partnerschaft.

Hatten Sie
a) Denselben Lohn wie Ihre männlichen Kollegen?
Ja, ich kannte auch die konkreten Zahlen.

b) Dieselben Karrierechancen?
Ja

Wie schätzen Sie die Entscheidung für die IT rückblickend ein?

Welche Ihrer Erwartungen wurden erfüllt?
Ich kann meine Stärken leben, meine Grundlagen aus den Ausbildungen nutzen und immer wieder anwenden.

Was freut Sie am meisten an ihrer aktuellen beruflichen Situation?
Eine hohe Verantwortung, sehr komplexe Situationen und vor allem, dass man meine Ergebnisse sehr schätzt.

Welche Ihrer Erwartungen wurden nicht erfüllt?
Keine

Würden Sie denselben Entscheid nochmals treffen?
Ja

Was bereuen oder kritisieren Sie?
Die IT hat teils immer noch das Bild, “den ganzen Tag lang auf einer Tastatur schreiben” ist IT!

Wie wäre/würde Ihre Laufbahn anders verlaufen, wenn Sie ein Mann wären?
Keine Ahnung…. Ähnlich?

Was würden Sie anders machen, und wie genau, wenn Sie könnten?

Hätten Sie einen Zauberstab, was würden Sie sich wünschen?
Ich wäre froh und würde es begrüssen, wenn einige junge Frauen auch den Mut hätten, sich in die spannende Welt der IT zu begeben und ich bald meine «Nachfolgerin» einarbeiten könnte!

Was raten Sie Ihrer Tochter?

Welche Ratschläge würden Sie ihrer 15-jährigen Tochter mit auf den Weg geben, wenn sie gern in die IT gehen möchte?
Sie soll in verschiedene Richtungen der heutigen IT mal hineinschauen, das heisst, sich die Themen bei kleinen / grossen Unternehmen aktiv zeigen lassen.

Was ist für Sie in beruflicher Hinsicht wichtig im Leben?
Etwas Mut und Selbstvertrauen, sich immer wieder anpassen an ändernde Bedingungen, offen sein für Neues – Mut zum Neuen, aus Fehlern lernen.

Worauf müsste eine junge Frau, die im Jahr 2061 pensioniert wird, bei der Gestaltung ihre Laufbahn achten?
Ein nächstes Ziel definieren und das mit viel Engagement angehen, durchhalten und dann die nächsten Ziele bestimmen – Durchhaltewillen!

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